100 Millionen fürs Kreishaus - Zustimmung und Kritik aus Dorsten

Sanierung

Die Sanierung des Kreishauses in Recklinghausen wird fast 100 Millionen Euro kosten. Aus Dorsten gibt es Zustimmung und Kritik zu den Plänen.

Recklinghausen, Dorsten

, 26.04.2021, 20:15 Uhr / Lesedauer: 1 min
Fast 100 Millionen Euro soll nach bisherigen Plänen die Sanierung des Kreishauses in Recklinghausen kosten.

Fast 100 Millionen Euro soll nach bisherigen Plänen die Sanierung des Kreishauses in Recklinghausen kosten. © Jörg Gutzeit (Archiv)

Rund 33 Mio. Euro – diese Summe war nach dem erfolgreichen Bürgerbegehren gegen den Kreishaus-Neubau eingeplant zur Behebung der „sicherheitsrelevanten Mängel“ in dem 40 Jahre alten Verwaltungsgebäude in Recklinghausen. Knapp drei Jahre später steht fest: Die Sanierung wird geschätzte 99 Mio. Euro kosten, weil u. a. auch Dach, Fenster und Fassade erneuert werden müssen. Und was sagt der Initiator des Bürgerbegehrens, Uwe Kähler, zu dieser Entwicklung?

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Der Dorstener hatte am Freitag (23.4.) ein Gespräch mit Landrat Bodo Klimpel (CDU) und dessen Fachleuten. Dabei wurden ihm die Details der Planung erläutert. „Die Zahlen sind aus meiner Sicht vollkommen schlüssig“, sagte Uwe Kähler anschließend. Die Gesprächspartner hätten ihn davon überzeugt, dass die zusätzlichen Maßnahmen notwendig seien, damit im Kreishaus nicht noch ein größerer Schaden entstehe. Kählers einziger Kritikpunkt: „In die Instandhaltung hätte schon vor vielen Jahren investiert werden müssen.“

SPD sieht sich als Opfer einer Kampagne

Kritik kommt hingegen aus den Reihen der Sozialdemokratie. Die SPD Dorsten stößt sich daran, dass die kalkulierten Sanierungskosten sich jetzt verdreifacht haben. Die SPD-geführte Kreisverwaltung habe seinerzeit den Vorschlag gemacht, das Kreishaus neu zu bauen. Geschätzte Kosten: 130 Mio. Euro.

Die CDU habe eine Kampagne dagegen gestartet, „die der AfD zur Ehre gereicht hätte“, heißt es in einer Mitteilung der SPD Dorsten. Lautstark habe die CDU auch den Initiator des Bürgerbegehrens unterstützt. Mit dem Verzicht auf den Neubau sei die Chance verpasst worden, ausgelagerte Dienste wie das Straßenverkehrsamt ins Kreishaus zu integrieren und Mietkosten zu sparen.

„Der damalige Populismus der CDU“ sei sicherlich ein Grund für den Wahlerfolg bei der letzten Kommunalwahl gewesen, habe den Bürgern im Kreis aber einen Bärendienst erwiesen, so die Dorstener SPD. „Wie sehr die ,günstige‘ Sanierung Auswirkungen auf die Stadtfinanzen der kreisangehörigen Städte hat, bleibt abzuwarten.“

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