1200 Euro Geldstrafe wegen Körperverletzung

Kein Fall von Selbstjustiz

Auf den ersten Blick sah es aus, wie ein Fall von Selbstjustiz. Die Staatsanwaltschaft hatte einem Vater aus Marl vorgeworfen, in einem Dorstener Wettbüro mit Gewalt Schulden eingetrieben zu haben. Am Ende blieb jedoch nur eine Mini-Verurteilung übrig.

Dorsten/Essen

06.03.2015, 15:40 Uhr / Lesedauer: 1 min

Das Landgericht Essen hat den 33-Jährigen wegen Körperverletzung zu einer Geldstrafe über 1200 Euro (120 Tagessätze) verurteilt. Eine Bestrafung wegen räuberischer Erpressung war laut Gericht nicht möglich.

Vorwürfe bestritten

Der Angeklagte hatte die Vorwürfe schon zum Prozessauftakt bestritten. Auch den Zeugen hatte er gleich mehrfach angeraunzt. „Was soll der Zirkus. Du stellst Dich hier als Opfer hin. Wir haben doch zusammen gefeiert.“ Fakt ist: Die beiden Männer haben lange in derselben Siedlung gewohnt, die Kinder gingen auf denselben Kindergarten. „Wir haben uns oft gesehen“, hatte der 33-Jährige vor Gericht erklärt.

Die Harmonie war dahin

Doch dann kam das Jahr 2012 – und die Harmonie war dahin. Und wie so oft, ging es auch hier ums Geld. Der Angeklagte forderte 2000 Euro, die er nicht bekam. Laut Anklage stammten die Schulden aus einem Drogengeschäft. Es könnte aber auch sein, dass die Summe einfach nur geliehen war. Die ersten Versuche, das Geld einzutreiben, waren fehlgeschlagen. Später war der Vater des Schuldners eingesprungen und hatte im Namen seines Sohnes zumindest schon mal 500 Euro gezahlt. Was dann passierte, ist unklar.

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Die Richter gehen zwar davon aus, dass der Angeklagte seinen früheren Nachbarn geschlagen hat. Aber ob er ihn in dem Dorstener Wettbüro auch eingesperrt und massiv bedroht hat? Das konnte in letzter Konsequenz nicht festgestellt werden.

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