20-Jähriger aus Mangel an Beweisen freigesprochen

Anklage lautete auf Körperverletzung

Ein 20-jähriger wegen Körperverletzung angeklagter Dorstener wurde vom Dorstener Jugendschöffengericht aus Mangel an Beweisen freigesprochen.

Dorsten

, 17.12.2014, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Denn die Wulfenerin machte vor Gericht eine ganz andere Aussage als seinerzeit auf der Polizeiwache. Sie erklärte nämlich jetzt,der jungen Mann habe ihr nichts getan, sie habe ihn aus reiner Rache und folglich zu Unrecht wegen Körperverletzung bei der Polizei angezeigt. So musste das Dorstener Jugendschöffengericht den Angeklagten aus Mangel an Beweisen freisprechen – ohne von seiner Unschuld überzeugt zu sein. „Irgendwann haben Sie gelogen, entweder hier oder bei der Polizei“, hatte der Staatsanwalt schon beim ersten Verhandlungstermin vor einer Woche der 15-Jährigen vorgeworfen. In der Sitzung eröffnete er ihr, dass er inzwischen ein Verfahren gegen sie eingeleitet habe: „Da kommt entweder falsche Verdächtigung oder eine Falschaussage in Betracht.“

Auf seine Anregung hin wurden die Kosten des Verfahrens der Familie des Mädchens auferlegt. Die 15-Jährige hatte auf der Wache behauptet, der Angeklagte habe sie mehrfach geschlagen und gewürgt. Sie war damals mit dem aus dem Kosovo stammenden Wulfener liiert, bis er ihr wegen eines anderen Mädchens, dem er eigenen Angaben zufolge nach „albanischem Recht versprochen“ war, den Laufpass gab. Die weiteren Zeugen konnten mit ihren Aussagen keine Klarheit ins Geschehen brinngen. Die Mutter des Mädchens erklärte zwar, ihre Tochter hätte Angst vor dem jungen Mann geäußert. „Ich habe aber keine Verletzungen von Schlägen gesehen.“

Und eine Freundin der 15-Jährigen hatte zwar ein Telefongespräch zwischen dem Angeklagten und dem Mädchen mitbekommen, in dem es um eine „Schubserei“ ging – mehr aber nicht. Inzwischen ist das damalige Pärchen wieder zusammen. Richterin Lisa Hinkers führte den Rückzieher der jungen Wulfenerin darauf zurück, „dass entweder die Liebe neu entfacht ist oder sie ihn schützen will“. Da der 20-Jährige unter Bewährung steht, wäre nämlich womöglich eine Haftstrafe auf ihn zugekommen, wenn er wegen Körperverletzung verurteilt worden wäre.

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