25 Minuten abtauchen in die totale Entspannung

mlzHypnose

Redakteurin Manuela Hollstegge hat einmal selbst ausprobiert, wie es ist, in Hypnose zu sein.

Dorsten

, 14.02.2019, 13:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eigentlich bin ich gerade ganz in meiner Rolle als Redakteurin, die einen Artikel über Hypnobirthing schreiben möchte, als mich Hypnotiseurin Kristiane Lau einlädt, Hypnose selbst einmal auszuprobieren.

„Warum nicht?“, denke ich mir, und setze mich in den gemütlichen weißen Sessel, lege wie befohlen meine Beine auf einen Hocker. Eine Decke lehne ich ab. Mir ist nicht kalt, sondern eher heiß, weil ich doch etwas nervös bin. Sämtliche Vorurteile über Hypnose gehen mir durch den Kopf und ich erinnere mich daran, dass eine Kollegin neulich einen Krimi gelesen hat, bei dem der Täter unter Hypnose … Ich versuche, die Gedanken zu stoppen, und sehe mich noch einmal um.

Bei gedimmtem Licht und mit entspannender Musik geht es los

Ich sitze in einem kleinen Raum im Keller von Kristiane Laus Wohnhaus am Everskamp in Dorsten. Gemütlich ist es hier mit den Pflanzen, dem flauschigen Teppich, den Sesseln und Decken. Ich putze noch einmal meine Nase, da ich ziemlich erkältet bin. Die Hypnotiseurin dimmt das Licht, fragt, ob sie mich während der Hypnose an Schulter, Arm und Stirn berühren darf, und macht entspannende Musik an.

Ich soll einen Punkt auf ihrer Hand fokussieren und mit den Augen verfolgen, ohne den Kopf dabei zu bewegen. Irgendwann schließen sich meine Augen. „Du gehst in einen Zustand der Entspannung und lässt vollkommen los“, sagt Kristiane Lau. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das klappt. Schließlich bin ich ja beruflich hier und obendrein auch noch total erkältet. Trotzdem empfinde ich die Stimme der Dorstenerin als sehr angenehm.

Gedanken an Arbeit und Kinder werden unwichtig

Ich soll meine Augenbrauen zusammenkneifen und mir eine Welle der Entspannung vorstellen, die über meinen Körper gleitet. Am Anfang denke ich noch viel an die Dinge, die ich zurück in der Redaktion erledigen muss, an meine Kinder, an meinen Mann. Doch immer mehr merke ich, wie diese Gedanken unwichtig werden und wie mein ganzer Körper zu kribbeln anfängt.

Ich bin da, in diesem Raum im Keller, ich kann alles wahrnehmen und doch bin ich auch nicht da. Mein Körper fühlt sich schwer an, ich bin ganz ruhig und fühle einfach nur wohl. „Du machst das wunderbar“, sagt Lau und ich glaube ihr.

Beide Hände bewegen sich ganz von allein

Irgendwann bittet sie mich, die Arme geöffnet nach oben zu nehmen und alles, was mich beschwert und mich daran hindert, frei zu sein, in meine Hände fließen zu lassen. Als das passiert ist, sagt sie, dass meine Hände sich jetzt gleich ganz von alleine umdrehen und ausleeren werden. Und genau so ist es. Ohne, dass ich bewusst etwas tue, drehen sich meine Hände in abgehackten, kurzen Bewegungen um und sinken wieder auf meine Oberschenkel.

Dann zählt Lau von fünf an abwärts und ich bin wieder im Hier und Jetzt. Ich fühle mich überhaupt nicht benommen, kann mich an alles erinnern, aber bin sehr entspannt. Rund 25 Minuten hat die Sitzung gedauert. Ich habe nicht ein einziges Mal gehustet und auch mein durch die Schreibtischarbeit verspannter Nacken tut nicht mehr weh. Beschwingt stehe ich auf, nehme meinen Block und fange an, die nächsten Fragen zu stellen.

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