57-Jähriger soll Neunjährige missbraucht haben

Prozess am Landgericht

DORSTEN Die damals neunjährige Tochter seiner guten Freundin soll ein Gladbecker (57) im Frühjahr 2008 in Dorsten sexuell missbraucht haben. „Es ist nichts gewesen, ich hab nichts gemacht“, beteuert der Angeklagte vor dem Landgericht Essen.

von Von Martina Ricken

, 05.10.2009, 16:50 Uhr / Lesedauer: 1 min

„Ich habe in der Küche mit den Barbies gespielt“, sagt das Mädchen. Dann habe der Angeklagte sie ins Wohnzimmer gerufen, auf die Knie gedrückt und zum Oralverkehr gezwungen. „Es war ganz eklig. Ich habe das gemacht, weil der mich erpresst hat. Er hat gesagt, er würde die Mama anzeigen, wenn ich das nicht mache“, erzählt das Mädchen. Bis dahin habe sie den Angeklagten gut leiden können.

„Das, was in der Anklage steht, stimmt nicht. Das kann ich schwören“, sagt hingegen der Angeklagte. Der gelernte Bäcker hatte nach eigenen Angaben nie eine sexuelle Beziehung. „Das hat mich nicht interessiert“, sagt er. Die Mutter des Mädchens habe er wohl geliebt, aber trotzdem seien sie nur „Kollegen“ gewesen. Ob das Mädchen den Missbrauch tatsächlich erlebt hat, ist fraglich. „Ich kann nicht ausschließen, dass die Aussage durch die Suggestion der Mutter zustande gekommen ist“, sagt die Psychologin, die die Glaubwürdigkeit des Mädchens zu prüfen hatte.

Die 40-jährige allein erziehende Mutter berichtet von problematischen Beziehungen, vom zehn Jahre währendem Stalking, Schlägen und Verfolgung durch ihren Ex-Freund. Mit dem soll der Angeklagte gemeinsame Sache gemacht haben und ihr nach dem Leben getrachtet haben, behauptet die Mutter. Das kann nicht stimmen, denn der Ex-Freund war zum angeblichen Tatzeitpunkt in der Türkei. Der Prozess wird fortgesetzt.

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