A 31: In Dorsten krachte es in diesem Jahr schon 95-mal - und nun?

mlzUnfallstatistik

Auf einem Teilabschnitt der Autobahn 31 in Dorsten haben sich in diesem Jahr bereits 95 Unfälle ereignet. Die Polizei findet das „auffällig“. Aber was heißt das für ein mögliches Tempolimit?

Dorsten

, 28.09.2019, 04:40 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Autobahn 31 zwischen dem Kreuz Bottrop und Emden heißt im Volksmund „Ostfriesenspieß“. Schnurgerade Strecke, vergleichweise wenig Verkehr - schneller kommen Autofahrer aus dem Ruhrgebiet nicht an die deutsche Nordseeküste und wieder zurück. Wenn sie nicht in einen Unfall verwickelt wurden.

Jeder vierte Unfall in Dorsten

377-mal hat es in diesem Jahr auf dem Streckenabschnitt in NRW gekracht, für den die Polizei Münster zuständig ist. Diese Zahl nannte Pressesprecher Andreas Bode auf Anfrage. Jeder vierte Unfall ereignete sich seinen Angaben zu Folge auf dem 13 Kilometer langen Teilstück zwischen Dorsten-West und Lembeck/Rhade in beiden Fahrtrichtungen.

„Auffällig“ findet der Polizeisprecher, dass auf dem mittlerweile baustellenfreien Dorstener Gebiet binnen neun Monaten 95 Unfälle angezeigt wurden. Er schränkt aber ein: „Es gab überwiegend Blech- und kaum Personenschäden.“ In Zahlen: Kein Verkehrsteilnehmer wurde schwer verletzt, vier erlitten leichtere Blessuren. Nur sieben Autos mussten abgeschleppt werden, weil sie nicht mehr fahrbereit waren.

Unfalldrama mit zwei Toten

Aber: Ein Motorradfahrer aus den Niederlanden und seine Mitfahrerin verloren ihr Leben, als vor vier Wochen nahe der Anschlussstelle Dorsten-West nachts ein Pkw auffuhr. Die Unfallursache ist noch immer nicht geklärt. „Uns liegt das verkehrstechnische Gutachten noch nicht vor“, sagte die Essener Staatsanwältin Sonja Hüppe auf Anfrage.

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Für die Polizei spielt das bei der Bewertung, ob es auf der A 31 besonders gefährlich ist, eine untergeordnete Rolle. Sie legt zunächst andere Kriterien an. „Für uns handelt es sich um einen Unfallhäufungspunkt, wenn es auf einer Distanz von 1000 Metern sechs Unfälle der Kategorien eins bis vier gibt“, erklärt Andreas Bode.

Nicht jeder Unfall „zählt“

Es „zählen“ demnach Tote, Schwer- und Leichtverletzte sowie Fahrzeuge, die abgeschleppt werden müssen. Blechschäden ohne weitreichende Folgen fließen nicht in die Bewertung ein. Deshalb gilt der Dorstener Streckenabschnitt wegen der Vielzahl an kleineren Blechschäden nicht als außergewöhnliche Gefahrenzone; die Polizei wird nach derzeitigem Stand bei der Bezirksregierung kein Tempolimit zur Diskussion stellen.

„Aber wir haben natürlich ein Auge auf diesen Bereich“, betont der Polizeisprecher. „Regelmäßig ist ein Streifenwagen dort unterwegs, außerdem nehmen wir Messungen vor.“ Dabei geht es aber nicht um die Geschwindigkeit, sondern um den Abstand der Fahrzeuge.

Hohes Tempo und geringe Entfernung zum Vordermann sind für mehr als ein Drittel aller Unfälle auf der A 31 verantwortlich, betont der Polizeisprecher. Aber es gibt eben auch noch viele andere Gründe.

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