Im Postfrachtzentrum in Dorsten hat es am Dienstagabend einen größeren Einsatz von Feuerwehr und Rettungskräften gegeben. © Guido Bludau (Archiv)
Postfrachtzentrum

Ätzende Flüssigkeit im DHL-Zentrum: Zehn Mitarbeiter kamen ins Krankenhaus

Nach einem Unfall mit einem ätzenden Reinigungsmittel sind zehn Mitarbeiter des Postfrachtzentrums in Dorsten ins Krankenhaus gebracht worden. DHL hätte den Vorfall gerne verschwiegen.

Großalarm im Dorstener Gewerbegebiet Ost: Im dortigen Postfrachtzentrum ist am späten Dienstagabend eine ätzende Flüssigkeit ausgelaufen, die für die Bodenversiegelung verwendet wird. Ein Großaufgebot von Feuerwehr und Rettungskräften wurde alarmiert, zehn Mitarbeiter kamen vorübergehend ins Krankenhaus.

Mitarbeiter klagten über Unwohlsein

Wie DHL-Sprecherin Britta Töllner am Mittwoch auf Nachfrage bestätigte, war die ätzende Flüssigkeit („Mehr als ein paar Tropfen“) versehentlich aus einem Kanister einer Reinigungsfirma ausgelaufen. „Zehn Mitarbeiter unseres Postfrachtzentrums klagten anschließend über Unwohlsein und wurden sicherheitshalber in umliegende Krankenhäuser gebracht“, sagte die Sprecherin. „Ihnen geht es inzwischen wieder gut.“

Der Vorfall ereignete sich im Bereich der Endstufe der Paketsortierung. Der Betrieb wurde daraufhin vorübergehend eingestellt. Töllner geht davon aus, dass nicht alle Zustellpunkte termingerecht angeliefert werden konnten. „Einige Pakete werden wohl erst mit einem Tag Verspätung bei den Kunden ankommen.“

Die Feuerwehr hatte gegen 23 Uhr offenbar einen Gefahrgut-Alarm ausgelöst. Erste Einsatzkräfte der Hauptwache forderten nach Informationen dieser Zeitung Verstärkung aus Nachbarstädten an. DHL-Sprecherin Britta Töllner bestätigte, dass „bei zehn mutmaßlich verletzten Mitarbeitern auch zehn Krankenwagen vor Ort“ waren.

Einsatz aus der Übersicht gelöscht

Von der Feuerwehr gibt es bislang keine Informationen zu dem Großeinsatz. Der Gefahrgut-Alarm in der Lünsingskuhle war später aus der Übersicht der Kreisleitstelle verschwunden. „Eine Erklärung könnte die Umstellung der Einsatzsoftware sein, die derzeit passiert“, sagte Kreissprecherin Lea Heimers am Mittwochabend, Die DHL-Sprecherin räumte ein, dass eine Information der Öffentlichkeit nicht geplant gewesen sei.

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Stefan Diebäcker

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