Ob die 671 Erstklässler in Dorsten, wie hier auf unserem Symbolbild, 2021 noch mit Maske zur Schule gehen müssen, wissen wir jetzt noch nicht. © picture alliance/dpa/dpa-tmn
Einschulungen in Dorsten

Agathaschule läuft wie geschmiert, Augustaschule braucht Nachhilfe

Dorstener Eltern haben entschieden, zu welcher Grundschule sie ihre Kinder schicken möchten. Es gibt Überraschungen. An zwei Schulen will die Stadt die Aufnahmezahlen deckeln.

Zu welcher Grundschule schicke ich mein Kind? Diese Frage stellen sich Eltern von Fünf- und Sechsjährigen im Herbst vor dem ersten Schultag im Folgejahr. Jetzt haben die Dorstener Eltern von kommenden Schulkindern ihre Wahl getroffen und für Überraschungen gesorgt.

671 Dorstener Kinder sollen an den Start gehen. So viele, wie lange nicht (2020: 624 Kinder). Einen großen Teil davon bekommt die Agathaschule auf der Hardt ab: 99 Kinder werden in vier Klassen im Schuljahr 2021/22 am neuen Schulstandort am Nonnenkamp an den Start gehen.

Die insgesamt hohen Anmeldezahlen führen dazu, dass die Stadt an zwei Schulen nachjustieren muss. So sollen die Anmeldezahlen für die Antoniusschule in Holsterhausen und die Albert-Schweitzer-Schule im Dorf Hervest gedrosselt werden. Dafür gibt es Gründe.

Schulausschuss und Rat beschließen

Schulausschuss und Rat werden sich damit in ihren Dezember-Sitzungen beschäftigen. Die Verwaltung schlägt vor, zum Schuljahr 2021/2022 die Anmeldezahlen in der Antoniusschule auf 72 Schüler abzusenken. Hier haben Eltern 88 Kinder angemeldet. An der Albert-Schweitzer-Schule soll die Schülerzahl im ersten Jahrgang auf 48 Kinder reduziert werden. In der Schule im Dorf Hervest wurden 53 Schulneulinge angemeldet.

Laut NRW-Schulgesetz kann die Stadt als Schulträgerin eingreifen, wenn einer von drei Gründen für eine Beschränkung der Kopfzahl vorliegt. Dazu zählen bauliche Gründe oder aber eine ausgewogene Klassenbildung innerhalb einer Gemeinde oder besondere Lernbedingungen.

„Übervolle Klassen“ in zwei Grundschulen

Dass die Stadt die Anmeldezahlen beschränkt, hat mit den „übervollen Klassen“ in diesen beiden Schulen, aber auch mit pädagogischen und räumlichen Herausforderungen zu tun. An der Antoniusschule sind die Schülerzahlen in einigen Klassen gestiegen, weil die Schuleingangsphase drei Jahre, je nach Einzelfall und Kind, betragen kann. „An der Antoniusschule werden im aktuellen Jahrgang 2 in zwei Klassen jeweils 30 Kinder und in der integrativen Klasse 22 Kinder unterrichtet.“

Kinder mit besonderem Förderbedarf

In der Antoniusschule wird zudem integrativ beschult, das heißt, dass Kinder mit besonderem Förderbedarf diese Schule besuchen. 18 sind es, die am gemeinsamen Lernen teilhaben. Die Antoniusschule hat vier Klassenräume á 40 Quadratmeter mit jeweils einem Differenzierungsraum. Zu wenig Platz für bis zu 30 Kinder. Die Stadt weiß deshalb, dass mehr Raum angeboten werden muss. Bauliche Maßnahmen seien im Gespräch, heißt es in einer Verwaltungsvorlage.

Auch die Albert-Schweitzer-Schule ist aufgrund ihrer baulichen Gegebenheiten bis zum Rand ausgelastet. „Hier besuchen im zweiten Schuljahr in zwei Klassen jeweils 33 Kinder die Schule“, schreibt die Schulverwaltung. 18 Kinder nehmen wie an der Antoniusschule am gemeinsamen Lernen teil. In bestimmten Fächern hat die Schule deshalb aus zwei Schulklassen drei Lerngruppen gebildet,

damit die Schülerinnen und Schüler besser gefördert werden können.

Umverteilung der Kinder in Holsterhausen und Hervest

Die überzähligen Kinder an der Antonius- und Albert-Schweitzer-Schule müssen deshalb wahrscheinlich an andere Schule verwiesen werden. In Holsterhausen ist die Bonifatiusschule die Alternative, in Hervest die Augustaschule. Dann würden an der Antoniusschule statt vier drei Eingangsklassen gebildet, an der Bonifatiusschule drei statt zwei Klassen. An der Augustaschule könnten drei statt zwei Klassen gebildet werden. Die Schulaufsicht ist über die Pläne informiert. Jetzt hat die Politik das Wort.

So sehen die Anmeldezahlen zu den Grundschulen aus

Zwölf Grundschulen gibt es in Dorsten, zwei von ihnen haben Teilstandorte. Hier die vorläufigen Anmeldezahlen mit den Vergleichszahlen des Vorjahres in Klammern:

Agathaschule: 99 Anmeldungen (2020: 76), vier Klassen, Klassenstärke: 24,8

Teilstandort Altendorf-Ulfkotte: 26 Anmeldungen (2020: 22, 1 Klasse, Klassenstärke: 26.

Albert-Schweitzer-Schule: 53 Anmeldungen (2020: 47), zwei Klassen, Klassenstärke: 26,5

Antoniusschule: 88 Anmeldungen (2020: 61), vier Klassen, Klassenstärke: 22.

Augustaschule: 52 Anmeldungen (2020: 70), zwei Klassen, Klassenstärke: 26.

Bonifatiusschule: 58 Anmeldungen (2020: 48), drei Klassen, Klassenstärke: 19,3.

Don-Bosco-Schule: 41 Anmeldungen (2020: 44), zwei Klassen, Klassenstärke: 20,5.

Grüne Schule Barkenberg: 54 Anmeldungen (2020: 76), zwei Klassen, Klassenstärke: 27.

Pestalozzischule: 51 Anmeldungen (2020: 38), zwei Klassen, Klassenstärke: 25,5.

Urbanusschule: 45 Anmeldungen (2020: 39), zwei Klassen, Klassenstärke: 22,5.

Wilhelm-Lehmbruck-Schule: 22 Anmeldungen (2020: 23), eine Klasse, Klassenstärke: 22.

Teilstandort Deuten: 14+16 (jahrgangsübergreifendes Lernen), 2020: 13+17, eine Klasse, Klassenstärke: 30.

Wittenbrinkschule: 52 Anmeldungen (2020: 50), zwei Klassen, Klassenstärke: 26.

Maria-Montessori-Schule: 15 Anmeldungen (2020: 16).

Über die Autorin
Redaktion Dorsten
Seit 20 Jahren als Lokalredakteurin in Dorsten tätig. Immer ein offenes Ohr für die Menschen in dieser Stadt, die nicht meine Geburtsstadt ist. Das ist Essen. Ehefrau, dreifache Mutter, zweifache Oma. Konfliktfähig und meinungsfreudig. Wichtige Kriterien für meine Arbeit als Lokalreporterin. Das kommt nicht immer gut an. Muss es auch nicht. Die Leser und ihre Anliegen sind mir wichtig.
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Claudia Engel

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