Altes Freibad ist "verwahrlost und gefährlich"

Bauauschuss soll Abriss beschließen

Die Gebäude sind Ruinen, alles ist marode. Die offenen ehemaligen Schwimmbecken: eine große Unfallgefahr. Dazu Wildwuchs und Morast, die Natur hat sich das Gelände zurückerobert. Und die Anwohnerbeschwerden über Personen, die unerlaubterweise über den Zaun klettern, häufen sich. Weswegen die Stadt jetzt die alten Freibad-Anlagen abreißen und das Grundstück als Grünfläche herrichten will.

11.03.2015, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Das alte Freibad soll abgerissen werden.

Das alte Freibad soll abgerissen werden.

Das kostet Geld, eine ganze Menge: Von 150.000 Euro geht die Stadt aus. Weswegen am Dienstag (10.3.) in der Sitzung des Bauausschusses sicherlich einiger Diskussionsbedarf besteht, wenn sich die Politik mit den Plänen der Stadtverwaltung auseinandersetzen wird. Die Hochbaukommision der Stadt, bestehend aus Ratspolitikern und Verwaltung, hat sich nämlich bereits vor Wochen mit dem Gelände beschäftigt - ist aber ohne Ergebnis auseinander gegangen und hat auf eine weitere Beratung im Bauausschuss verwiesen.

Bedenken geäußert

Einige Politiker äußerten damals Bedenken gegen den Vorschlag der Verwaltung. Grund: Die Stadt hat derzeit keinerlei konkrete Ideen für eine Nachnutzung - angesichts der schlechten Finanzlage der Stadt sei der Abbruch der Gebäude deshalb nicht vordringlich.

Die Verwaltung hingegen weist auf die zunehmende Verwahrlosung und die Haftungsrisiken hin, falls sich ungebetene Gäste bei einem Unfall verletzten: "Insbesondere Schüler der umgebenden Schulen werden von dem Gelände angezogen und begeben sich möglicherweise bei einem unbefugten Zutritt in Gefahr." Eine bessere Sicherung und Kontrolle sei aber finanziell nicht machbar. Zudem seien dem Schulbetrieb nach Ansicht der Stadt die Freibad-Eindringlinge und deren Treiben in direkter Nachbarschaft "nicht förderlich". Nur durch die vollständige Demontage sei die Bildung eines sozialen Brennpunkts an dieser Stelle zu verhindern.

Facebook-Gruppe erfolglos

Das Gelände des ehemaligen Freibads und die dortigen Restgebäude rotten seit mehr als zehn Jahren vor sich hin. Die damaligen privaten Betreiber des Atlantis-Freizeitbads hatten sich laut Vertrag verpflichtet, das das alte Bad abzureißen und ein neues Freibad zur Badesaison 2002 zu errichten.

Dazu ist es niemals gekommen. Die rund 800000 Euro, die an der endgültigen Fertigstellung fehlen, konnten nicht investiert werden, weil der Investor des Gesamtkomplexes in finanzielle Schwierigkeiten geriet und letztlich im Sommer 2004 Insolvenz anmelden musste.

In die öffentliche Diskussion geriet das Gelände dann wieder in den heißen Sommertagen des Jahres 2013, als sich im Internet eine Facebook-Gruppe für eine Reaktivierung des Geländes stark machte - ohne Erfolg.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt