„Alufelgen-Bande“ soll Garagen leer geräumt haben - auch in Wulfen und Altendorf-Ulfkotte

mlzLandgericht Essen

Garage geknackt, Felgen geklaut: Im Frühjahr 2017 schlug eine „Alufelgen-Bande“ auch in Wulfen und Altendort-Ulfkotte zu. Jetzt stehen fünf mutmaßliche Mitglieder vor Gericht.

Dorsten, Essen

, 12.08.2019, 15:54 Uhr / Lesedauer: 2 min

Fünf junge Männer aus Gelsenkirchen sollen vor mehr als zwei Jahren zum Albtraum zahlreicher Autobesitzer der Region geworden sein: In Serie soll die mutmaßliche „Alufelgen-Bande“ nachts Garagen aufgebrochen und reihenweise Kompletträder gestohlen haben. Auch in Wulfen und Altendorf-Ulfkotte. Seit Montag steht das Quintett in Essen vor Gericht.

Die Essener Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die fünf angeklagten Freunde zwischen dem 2. Januar und dem 23. März 2017 in wechselnder Besetzung mindestens 23 Einbrüche verübt haben. Drei Männer (20, 20, 24) sollen dabei laut Anklage stets den harten Kern der „Alufelgenbande“ gebildet haben, zwei Mitangeklagte (20, 21) werden teilweise von vorneherein als Helfer eingestuft.

Tatorte in Wulfen und Altendorf-Ulfkotte

Die Tatorte lagen hauptsächlich in Gelsenkirchen und Gladbeck, außerdem dreimal in Marl. Viermal soll die Bande aber auch in Wulfen und Altendorf-Ulfkotte zugeschlagen haben. Bei einem Coup in einer Garage am „Everskamp“ sollen die Diebe im März 2017 vier Sommer-Kompletträder im Wert von fast 4000 Euro abgeräumt haben. Insgesamt soll der Sachschaden aller angeklagten Taten im mittleren fünfstelligen Euro-Bereich liegen.

Sehr oft waren komplette Felgensätze der bayerischen Automarken Audi und BMW betroffen. Daneben wurden laut Anklage aber auch mal mehrere Mountain-Bikes, Radzierblenden und Werkzeugkoffer aus den Garagen mitgenommen. Ob die Angeklagten vor den Coups einen Tipp bekommen haben, ist bislang unklar.

Geklaute Felgensätze sofort bei Ebay angeboten

Den größten Einzelschaden erlitt laut Anklageschrift ein Garagenbesitzer in Gladbeck. Der hier abhandengekommene Tuning-Felgensatz soll insgesamt rund 5000 Euro wert gewesen sein. Laut Staatsanwaltschaft waren die gestohlenen Felgensätze nur wenige Stunden nach den Einbrüchen bereits bei „Ebay Kleinanzeigen“ aufgetaucht und zum Verkauf angeboten worden.

Der 24-jährige Hauptangeklagte soll dabei ein privates Konto mit dem Namen des Bundesligisten Eintracht Frankfurt eingerichtet und verwendet haben. Bei einer Durchsuchung einer Garage eines der Angeklagten hatte die Polizei im Frühjahr 2017 einmal 20 (augenscheinlich kurz zuvor gestohlene) Kompletträder und zahlreiche Radzierblenden sichergestellt.

Zum Prozessauftakt vor der 24. Strafkammer wollte sich am Montag noch keiner der Angeklagten zu den Vorwürfen äußern. Wie es hieß, haben einige der Angeklagten aber bereits im Vorfeld zumindest teilweise ihre Beteiligung an den Felgen-Diebstählen eingeräumt.

Für den Prozess sind noch Verhandlungstage bis zum 10. September anberaumt.

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