3,7-Millionen-Projekt: Neuer Schulhof, neue Rampen und ein Sportpark

mlzAm Petrinum

Fast 3,7 Millionen Euro wird die Umgestaltung des Außengeländes am Gymnasium Petrinum und am Weiterbildungszentrum in Dorsten kosten. Los gehen die Bauarbeiten im Sommer. Hier erste Pläne.

Dorsten

, 25.05.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eine komplett neue Bepflasterung. Mit Lehnen ausgestattete „Sitz- und Lümmelpodeste“, die teils ein Sonnenschutz-Dach bekommen. Hochbeete, die für grüne Akzente sorgen. 13 moderne Leuchten, die die alten Kugellampen ersetzen. Und dazu 154 Anlehnbügel als Radabstellplätze: Der zwischen Kanal und Eingang zur Volkshochschule gelegene Hochstadenplatz wird bis Jahresende ein deutlich attraktiveres Gesicht bekommen haben.

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Gut eine Million Euro wird allein diese Umgestaltung kosten, finanziert wird sie zum größten Teil aus Landesmitteln für das große Stadtumbauprogramm „Wir machen Mitte“. Nach Angaben von Bernd Lehmann (Planungsamt der Stadt) läuft derzeit noch die Ausschreibung für das Projekt. „Deswegen hoffen wir, dass im Juli die Bauarbeiten beginnen können“, sagt Christina Schneemann-Hagedorn.

Der Hochstadenplatz aus der Luft. Auch die Rampen zum Kanal und die Hochstadenbrücke werden mit Fördermitteln "Wir machen Mitte" werden renoviert. Auf der Baumfläche rechts im Bild wird ein kleiner Sportpark für das Gymanium Petrinum gebaut.

Der Hochstadenplatz wird umgebaut. © Michael Klein

Die im Dorstener Planungsbüro Kemper tätige Landschaftsarchitektin hat die Umbaupläne für den fast 40 Jahre alten Hochstadenplatz, an dem der Zahn der Zeit kräftig genagt hat, entworfen. Sie musste dabei gleich mehrere Nutzungen der Fläche planerisch unter einen Hut bringen.

Schulhof und Verkehrsachse

„Der Platz ist der obere Schulhof für die älteren Petrinum-Jahrgänge, gleichzeitig aber auch eine Verkehrsachse“, sagt sie - und zwar für Radfahrer, die über die Hochstadenbrücke zwischen Innenstadt und Maria Lindenhof unterwegs sind, während des Schulbetriebs ihr Rad aber schieben müssen.

Die Planungen für den Hochstadenplatz (rechts: VHS-Eingang, links: Kanalseite)

Die Planungen für den Hochstadenplatz (rechts: VHS-Eingang, links: Kanalseite) © Copyright: Planungsbüro Kemperr

Und dann gibt es ja noch die beiden Eingangsbereiche zu den Foyers der Schul-Aula und des Bildungszentrums, die ebenfalls neu gepflastert werden. Damit der Platz funktionell ist, aber auch eine gute Aufenthaltsqualität aufweist, hat Christina Schneemann-Hagedorn Diagonal-Lösungen gewählt: Sitz- und Beet-Mobiliar quasi spiegelbildlich rechts und links, dazwischen schlängelt sich ein mäandrierendes Pflasterband über den Platz, in der Mitte verläuft eine taktile Linie, an der sich Sehbehinderte orientieren können.

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Das unterschiedlich farbige Betonsteinpflaster wird diagonal verlegt. Gewählt wurde eine Steinart mit Drainage-Matten, die das Regenwasser speichern, es nach und nach zur Verdunstung freigeben und so zu einem verbesserten Mikroklima beitragen.

Schüler duften Wünsche äußern

Die Planerin musste in besonderer Weise auf die Statik des Platzes Rücksicht nehmen: Er ist gleichzeitig das Dach des darunter liegenden Parkhauses. „Deswegen waren uns bei der Begrünung Grenzen gesetzt“, so Christina Schneemann-Hagedorn. Sie betont, dass Schulleitung und Schülervertretung vorab in Workshops bei der Ausstattung der Sitzmöbel Wünsche äußern durften.

Die Rampe von der Hochstadenbrücke zum unteren Schulhof/Kanal werden behindertengerechter umgestaltet.

Die Rampe von der Hochstadenbrücke zum unteren Schulhof/Kanal werden behindertengerechter umgestaltet. © Michael Klein

Der Hochstadenplatz ist nur ein Teil der insgesamt 3,7 Mio. Euro schweren Umgestaltung des Außengeländes Petrinum/VHS/Bibliothek, von der die Stadt 600.000 Euro selbst trägt. So wird ab Herbst damit begonnen, ebenfalls nach Kemper-Plänen die Rampe von der Hochstadenbrücke hinunter zum Kanal bequemer und barrierefreier gestalten. „Sie wird zum Teil verbreitert und aufgeweitet“, erklärt die Landschaftsarchitektin. Der untere Schulhof werde dadurch zwar etwas kleiner, der obere aber größer.

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Bis zum Sommer nächsten Jahres folgt dann die Rampe von der Kanalbrücke zum (Borkener Straße) hinunter Richtung Parkhaus. Auf der Außen-Parkfläche am Parkhaus wird im kommenden Jahr zudem für das Gymnasium ein „Sportpark“ mit Kleinfeld- und Parcours-Anlage errichtet.

Graue Hochstadenbrücke

Und dann ist da ja noch die Hochstadenbrücke, die in diesem Jahr ein neues Farb- und Lichtkonzept aus diesem „Wir-machen-Mitte-Projekttopf“ erhalten und künftig grau in grau erscheinen soll.

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