Unser Archivfoto zeigt Gruppensprecherin Dörthe Rengeling-Eschweiler mit einem Foto von dem britischen Rechtsanwalt und Gründer von Amnesty, Peter Benenson, aus Anlass des 50. Geburtstages von Amnesty. © Guido Bludau (A)
Einsatz für Menschenrechte

Amnesty International wird nicht müde, gegen das Vergessen zu kämpfen

Am 28. Mai jährt sich ein besonderes Ereignis: Vor genau 60 Jahren wurde Amnesty International in London gegründet. Eine Menschenrechtsgruppe, die weltweit Anhänger hat. Auch in Dorsten und Haltern.

Dörthe Rengeling-Eschweiler, Gruppensprecherin von Amnesty International in Dorsten, wird nicht müde, monatlich sechs Briefe gegen das Vergessen an 70 interessierte Mitbürgerinnen und Mitbürger zu verteilen: „Alleine die Dorstener Gruppe formuliert jeden Monat zu drei Themen Briefe an Ratspräsidenten, Botschaften und Regierungsmitglieder, die dann an die Dorstener und Halterner verschickt werden. Die Menschen haben sich dazu entschieden, unsere Aktionen großzügig zu unterstützen“, erklärt die Rengeling-Eschweiler. In den Briefen gegen das Vergessen werden Informationen über Menschen verbreitet, die unter Menschenrechtsverletzungen besonders zu leiden haben.

Mit diesem Zeitungsartikel im britischen Observer begannen die Aktivitäten von ai vor 60 Jahren © dpa © dpa

Im 60. Jahr des Bestehens von Amnesty International werden weiterhin Briefe verschickt, um auf Missstände in vielen Ländern der Erde aufmerksam zu machen und an die Verantwortung der Regierungen für das Wohl ihrer Bürger zu appellieren. Zahlreiche Dorstener unterstützen die Anliegen, Menschenrechtsverletzungen weltweit zu beobachten, einzutreten für die Opfer und die Flüchtlingsarbeit zu flankieren. Die Briefe-Aktionen seien häufig von Erfolgen gekrönt, sagt Amnesty.

Harter Kern Dorstener und Halterner Aktivsten

Zum harten Kern der Dorstener Aktivisten gehören neben Dörthe Rengeling-Eschweiler Christa und Hans Bijmholt aus Haltern, Annette Gilles, Magda Bereska. In Dorsten gab es ursprünglich drei Ortsgruppen: die Gruppe 1311, die am 11.1.1970 von Schülerinnen und einer Lehrerin des St.-Ursula-Gymnasiums gegründet wurde, die Gruppe 1003 auf der Hardt im Kreis um Pastor Fiedler und die Gruppe 1362 in Holsterhausen im Kreis um Dr. Schmitz-Burchartz. Als einzige Gruppe ist die 1311 um Dörthe Rengeling-Eschweiler noch aktiv.

Christa Bijmholt engagiert sich für die Anliegen von Amnesty international.
Christa Bijmholt engagiert sich für die Anliegen von Amnesty International. © Claudia Engel (A) © Claudia Engel (A)

Ihre Mitstreiterin Christa Bijmholt freut sich trotz des überschaubaren Teams darüber, dass „trotz einer Altersstruktur von 65 bis 80 Jahren bei den alten Mitgliedern die Freude groß ist, dass sich immer wieder sehr junge Menschen uns zugesellen“. Dazu zählt etwa Magda Bereska, eine junge Mutter. Dazu zählen junge Leute, die sich zwischen Schule und Studium für eine ehrenamtliche Tätigkeit bei Amnesty International entscheiden. „Und wir freuen uns, dass auch Interesse von Flüchtlingen an Mitarbeit besteht.“ So nehme ein syrischer Jurist an den Gruppensitzungen teil.

Kampagnen- und Öffentlichkeitsarbeit der Gruppe habe sich immer weiter in den Online-Bereich verlagert, sagt Christa Bijmholt. „Wir freuen uns, wenn wir wieder in eine Schule gehen oder einen Gottesdienst zum Thema Menschenrechte veranstalten können“, so Bijmholt. In der Corona-Zeit sei das allerdings nicht möglich gewesen.

Über die Autorin
Redaktion Dorsten
Seit 20 Jahren als Lokalredakteurin in Dorsten tätig. Immer ein offenes Ohr für die Menschen in dieser Stadt, die nicht meine Geburtsstadt ist. Das ist Essen. Ehefrau, dreifache Mutter, zweifache Oma. Konfliktfähig und meinungsfreudig. Wichtige Kriterien für meine Arbeit als Lokalreporterin. Das kommt nicht immer gut an. Muss es auch nicht. Die Leser und ihre Anliegen sind mir wichtig.
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Claudia Engel
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