Ampel an der Königsberger Allee hätte an sein müssen

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„Die Ampel schaltet sich abends immer ab“ - das sagen Dorstener über die Anlage an der Kreuzung Königsberger Allee/Bestener Straße. Mit schlimmen Folgen für vier Menschen am 23. Juli.

Dorsten

, 15.08.2019, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am 23. Juli war eigentlich alles wie gewohnt. Dorstener sagen, dass sich die Ampelanlage an der Königsberger Allee wie gewohnt um 21 Uhr abschaltete und in den gelben Blinklichtmodus umsprang. Das hatte böse Folgen. Denn just in diesem Moment krachte es auf der Kreuzung zur Bestener und Gahlener Straße. Vier Menschen wurden bei dem Unfall zum Teil schwer verletzt.

Straßen.NRW, Betreiberin der Ampelanlage, kann sich nur wundern, dass die Ampel sich, so wie die Dorstener das sagen, mutmaßlich abends immer wieder abschaltet. „Das Gegenteil müsste der Fall sein. Sie sollte immer an sein“, so Frank Hoffmann, Sachgebietsleiter Betrieb und Verkehr bei Straßen.NRW auf unsere Anfrage.

Der Blinklichtmodus am Abend ist nicht normal

Der allabendlich wiederkehrende Blinklichtmodus kommt Straßen.NRW spanisch vor. „Eine planmäßige Abschaltung, gerade an größeren Kreuzungen, gibt es nicht. Unsere Lichtsignalanlagen bleiben in Betrieb“, so Straßen.NRW. Allerdings habe man am 30. Juli von jemandem den Hinweis bekommen, dass die Ampelanlage an der Königsberger Allee abends außer Betrieb sei. „Wir haben dann umgehend eine Firma beauftragt, die Steuerung der Ampel zu überprüfen und instandzusetzen“, sagt Frank Hoffmann.

Wenn eine Ampel an einer Landstraße wie der Königsberger Allee (L463) ausfällt, dann sei Straßen.NRW auf Informationen über die Störung angewiesen. „Wir können das ja nicht ahnen“, sagt Hoffmann. Häufig gebe die Polizei Hinweise, wenn etwas nicht stimme. Oder aufmerksame Bürger. „Vielleicht haben die Dorstener das Blinklicht schon als normal angesehen und uns deswegen den Ausfall der Ampel gar nicht erst gemeldet?“

Computergesteuerte Ampel ist störanfällig

Gründe, warum die Dorstener Ampel so eigenmächtig in den Blinklichtmodus umsprang, sind womöglich in der Schaltung zu suchen. Die ist computergesteuert, aber auch störanfällig. Sie gehe schon mal bei Hitze oder Gewittern in die Knie. Oder bei Unfällen.

Ampel an der Königsberger Allee hätte an sein müssen

Unfall an der Kreuzung am 30. Oktober 2015 © Guido Bludau

Der letzte folgenschwere Unfall auf der Kreuzung Königsberger Allee/Bestener Straße war 2015. Seinerzeit krachten dort zwei Lastwagen zusammen. Sollte dieser Vorfall zu einer Schädigung des Ampelsteuergerätes geführt haben? Möglich ist das, aber nicht mehr nachprüfbar. Seit dem 30. Juli ist die Ampel jedenfalls wieder im Betrieb. Autofahrer sehen seitdem zuverlässig wieder Grün oder Rot und kein blinkendes Gelblicht, das die Autofahrer in die Irre geführt hat.

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