Angeklagte wollte Halskette, Armband und Rock haben

Vor Gericht

Halskette, Armband und sogar den Rock, den sie trug, musste die 53-jährige langjährige Lebensgefährtin eines Verstorbenen dessen 66-jähriger Halbschwester geben. Dafür, und für einen kleineren Ladendiebstahl, musste sich diese am Donnerstag vor dem Schöffengericht verantworten.

DORSTEN

von Von Berthold Fehmer

, 08.03.2012, 15:07 Uhr / Lesedauer: 1 min

Ihr noch lebender Halbbruder hatte unterdessen mit dem Vermieter vereinbart, dass die Wohnung des Verstorbenen geräumt werden solle, und ein Ehepaar gefragt, dabei zu helfen. Zunächst schickte das Ehepaar die eigene Tochter vor. „Weil sie sonst nicht aufmacht“, so der Mann. Zu dritt forderten Ehepaar und Halbschwester die Lebensgefährtin auf, die Wohnung zu verlassen. Die 53-Jährige hatte zwar eine eigene Wohnung unter der des Verstorbenen – da war aber der Strom abgestellt.

Dann eskalierte die Situation: Die Angeklagte nahm zwei Handys vom Wohnzimmertisch, riss der Lebensgefährtin die Handtasche mit Portmonee aus der Hand und forderte sie auf, ihr auch Halskette und Armband zu geben. „Sie sagte, sonst schlägt sie mich zusammen“, erinnerte sich die Geschädigte. Dann zwang die Halbschwester die 53-Jährige sogar, ihren Rock auszuziehen, bevor sie in ihre eigene Wohnung gehen durfte. „Das ist doch der Rock“, sagte die Angeklagte nach der Vernehmung und zeigte empört auf den Rock der 53-Jährigen. Diese bestritt, die Sachen zurückbekommen zu haben. „Das werden wir jetzt hier nicht diskutieren“, ging die Richterin dazwischen. Wegen ihrer vier Vorstrafen, etwa für Urkundenfälschung und Diebstahl, sprach der Staatsanwalt von der „letzten Chance“, die die 66-Jährige auch annahm: „Es tut mir alles leid.“

Lesen Sie jetzt