Anklage: Ertappter Ladendieb (21) schwang plötzlich ein Küchenmesser

mlzLandgericht Essen

Einem mutmaßlichen Ladendieb (21) aus Dorsten droht möglicherweise eine Zwangseinweisung in die geschlossene Psychiatrie. Er soll nun mit Blick auf seine Schuldfähigkeit begutachtet werden.

Essen

, 19.02.2019, 16:45 Uhr / Lesedauer: 1 min

Der Prozess vor der 7. Strafkammer am Essener Landgericht hatte am Dienstag kaum richtig begonnen, da war er auch schon wieder vorbei. Nach einem zehnminütigen, nicht-öffentlichen Rechtsgespräch zwischen Gericht, Staatsanwaltschaft und Verteidigung gab Richter Kai Feldhaus bekannt, dass zur Überprüfung der Schuldfähigkeit des Angeklagten zum Tatzeitraum die Einholung eines Sachverständigengutachtens dringend erforderlich erscheine.

Sobald das Gutachten erstellt ist, soll der Prozess von vorne beginnen. „Wir werden voraussichtlich Anfang Mai neu verhandeln“, sagte der Vorsitzende Richter.

Auf frischer Tat ertappt und dann zugestochen?

Der 21-jährige Dorstener soll am 17. November 2018 im Media Markt am Europaplatz aufgetaucht sein und sich – beobachtet von einem Ladendetektiven – am CD-Regal zu schaffen gemacht haben. Laut Anklage entfernte der junge Mann an zwei CD-Alben des Rappers „Eminem“ die Platikverpackungen, steckte die Silberlinge in seine Jackentasche und legte die Umverpackungen wieder zurück in das Regal.

Als der 21-Jährige kurz danach im Ausgangsbereich von einem Ladendetektiv gestellt und am Arm gegriffen wurde, soll die Situation eskaliert sein. „Der Angeklagte versuchte, sich zu lösen, und holte mit einem Küchenmesser mit sechs bis sieben Zentimetern Klingenlänge durch einen gezielten Schwung zu einer Stichbewegung in Richtung Oberkörper aus“, heißt es in der Anklageschrift.

Weiteres Messer in einer Beintasche entdeckt

Allein das schnelle Eingreifen eines Kollegen des Detektivs habe letztlich verhindern können, dass es zu einem Körpertreffer gekommen sei. Bei der Durchsuchung des 21-Jährigen war laut Staatsanwaltschaft in der rechten Beintasche des 21-Jährigen sogar noch ein weiteres Messer entdeckt worden.

Der Angeklagte sitzt seit dem Vorfall in U-Haft. Über den Verteidiger wurde am Dienstag bekanntgegeben, dass der Dorstener angeblich erst kurz vor der Tat aus einer stationären Psychiatrie-Behandlung entlassen worden war und zum Tatzeitpunkt seine Medikamente abgesetzt haben will. Die Anklage lautet auf räuberischen Diebstahl und versuchte gefährliche Körperverletzung.

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