Anlieger machen gegen „Rennstrecke“ in Tempo-30-Zone mobil

mlzTempo-Messtafeln

Immer wieder sind Autofahrer auf zwei Straßen nahe des Media-Markts in der Innenstadt von Dorsten zu schnell unterwegs. Jetzt wollen die Anwohner dem Treiben dort Einhalt gebieten.

Dorsten

, 04.07.2020, 05:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eine Rennstrecke sei die Straße „Auf der Bovenhorst“, klagen die Anlieger. Vor allem abends an den Wochenenden gehe es zwischen der Kreuzung Gladbecker Straße/Kirchhellener Allee und dem Wendehammer hinter der Zufahrt Media-Markt in der dortigen 30 km/h-Zone heftig zur Sache, erläuterte Anwohner Paul Schulte-Huxel unlängst auf der Sitzung der Mitte-Konferenz im Bürgerpark Maria Lindenhof.

3470 Euro aus dem Bürgerfonds

Deswegen sollen schon bald zwei ständige Geschwindigkeitsmesstafeln darauf hinweisen, wenn Autofahrer zu schnell unterwegs sind und damit die Fußgänger und Radfahrer besser schützen.

Die Konferenz-Teilnehmer gaben dem Antrag von Paul Schulte-Huxel statt, aus dem Bürgerfonds knapp 3470 Euro zu bewilligen, damit die digitalen Displays sowohl an der Straße „Auf der Bovenhorst“ sowie „Am Wasserturm“ installiert werden können. „Abwechselnd in beide Fahrrichtungen“, kündigt der Antragsteller an. Der Eigenanteil in Höhe von zehn Prozent werden von den Anwohnern getragen.

Es ist nicht nur der Durchgangsverkehr (Media-Markt- oder Getränkemarkt-Besucher und Anlieferer), der zu schnell unterwegs sei. „Vor allem junge Autofahrer liefern sich hier richtige Rennen, um den Wendehammer herum und wieder zurück“, so der Anwohner.

Bei Geschwindigkeitsmessungen vor ein paar Wochen sei festgestellt worden, dass 70 Prozent der Fahrer mit überhöhter Geschwindigkeit unterwegs waren. „Teilweise mit über 100 km/h.“

Über zwei Bürgerfonds-Anträge stimmte die Mitte-Konferenz ab.

Über zwei Bürgerfonds-Anträge stimmte die Mitte-Konferenz ab. © Privat

Bürgermeister Tobias Stockhoff bestätigte dies. Zwei Stunden hätten Mitarbeiter des Kommunalen Ordnungsdienstes dort geblitzt, „in der Zeit hat es 27 Strafmandate gegeben und ein Fahrer musste seinen Führerschein abgeben“.

Lärm und Müll auf Parkplatz

Paul Schulte-Huxel erklärte, dass Kinder aus der neuen Siedlung ihren Schulweg entlang der Straße in Richtung Stadt und ZOB haben, dass dort auch der offizielle Radweg zwischen Hoher Brücke und Bahnhof ausgeschildert ist, dass dort die Mitarbeiter der Blinden-Werkstatt morgens und nachmittags unterwegs seien.

„Und wenn dann der Treffpunkt Altstadt wieder aufmacht, verschärft sich das Problem weiter“ so Schulte-Huxel, der auch auf die Lärmbelästigungen und das Müllproblem auf dem Parkplatz zwischen Media-Markt und Treffpunkt Altstadt hinwies.

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„Zwischendurch war es hier ruhig, aber jetzt gibt es hier eine neue Generation“, sagt der Anwohner. Junge Leute, auch mit Autokennzeichen aus Borken, Bocholt, Gladbeck oder Gelsenkirchen, träfen sich hier abends an den Wochenenden, hören Musik, bauen Campingstühle auf, machen Picknick. „Der Ordnungsdienst hat dann schon Feierabend, und wenn die jungen Leute von ferne die Polizei sehen, dann sind die ganz schnell weg.“

Des Weiteren gaben die Teilnehmer der Mitte-Konferenz für ein zweites Projekt Bürgerfonds-Mittel frei. Barbara Gietz hatte den Antrag gestellt, unter dem Motto „Energie 10 nach 10 - Blick zurück nach vorn“ im September eine Kunstaktion zu unterstützen. Acht Künstler aus Dorsten, die gemeinsam zur Kulturhauptstadt Ruhr. 2010 zwei Projekte gestartet hatten, möchten dieses Ereignis erinnern und es reflektieren und sich zehn Jahre danach erneut zusammenschließen. Dafür gibt es nun 4184 Euro Unterstützung.
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