Trägt der Papst auch mal Jeans? Dann bekommt er sie womöglich aus Dorsten

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Für die Bertelsmann-Tochter Arvato ist Dorsten eine logistische Drehscheibe. Von hier aus schickt sie Waren bekannter Hersteller in alle Welt. Manchmal sogar in den Vatikan.

Dorsten

, 26.02.2020, 19:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Daimler und VW, Converse und Triumph, Birkenstock und Nespresso - die Namen seiner Kunden, die von Dorsten aus betreut werden, nennt Arvato gerne. Doch wer die riesigen Lagerhallen im Industriepark Dorsten/Marl besichtigen möchte, muss sich ans Foto- und Filmverbot halten. „Das wollen unsere Kunden nicht“, heißt es dann.

Riesige Lagerhallen signalisieren Wachstum

Tatsächlich sind die vielen Kartons und Pakete, die sich in mehreren Hallen und auf mehreren Etagen in meterhohen Regalen oder auf dem Betonboden stapeln, kein besonders attraktives Fotomotiv. Eine Lagerhalle ist eben eine Lagerhalle. Ziemlich schmucklos auf den ersten Blick, aber angesichts der Größe irgendwie doch beeindruckend. Sie signalisieren vor allem eins: Wachstum.

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„Neue Standorte entstehen nicht, um in einer Region oder einem Land um jeden Preis präsent zu sein, sondern auf Basis wachsender Geschäfte mit Kunden“, sagte Firmenchef Frank Schirrmeister bei der offiziellen Eröffnung der Dorstener Niederlassung im Sommer 2018. Sie ist der logistische Anker-Standort des Unternehmens, der modernste aller 13 Standorte in NRW.

Arvato-Niederlassung in Dorsten

Arvato hat im Industriepark Dorsten/Marl noch Erweiterungsmöglichkeiten. Derzeit stehen dort erst drei Hallen. © UP Imaging - Arnold Bolwerk

Arvato hat sich deshalb auch eine Erweiterungsmöglichkeit von derzeit 60.000 auf bis zu 200.000 Quadratmeter Nutzfläche und von drei auf bis zu zwölf Hallen gesichert. Ein wesentlicher Grund, warum die Wahl auf den Industriepark Dorsten/Marl fiel. Derzeit arbeiten hier 350 Menschen, auch solche, die wegen fehlender Schul- oder Berufsausbildung auf dem Arbeitsmarkt nur schwer zu vermitteln sind.

Zur Sache

Zu Hause in Gütersloh

Arvato ist ein weltweit tätiges Dienstleistungsunternehmen mit Hauptsitz in Gütersloh. Es betreibt unter anderem Servicecenter und IT-Systeme für seine Kunden oder übernimmt für sie Logistik- und Finanzdienstleistungen. Arvato geht zurück auf den Druck- und Industriebereich von Bertelsmann, den heutigen Namen führt das Unternehmen seit 1999. Arvato ist einer von insgesamt acht Geschäftsbereichen des Gütersloher Medien-, Dienstleistungs- und Bildungskonzerns

So groß wie Amazon ist Arvato nicht, „aber wir sind auf der Topliste schon ziemlich weit oben“, betont Jens Braun, Head of Operatons. In Zahlen: 7000 Paletten-Stellplätze und 200.000 Fachboden-Regalplätze, täglich bis zu 20.000 Teile im Wareneingang und mehr als 30.000 Pakete und 300 Paletten im Warenausgang.

Auftraggeber aus der Mode-, Schuh- und Konsumgüterindustrie betreut Arvato von Dorsten aus. Kaffeekapseln und -maschinen von Nespresso werden innerhalb Deutschlands ausgeliefert, andere Artikel europaweit. Wie die Jeans von Levi’s. „Die gehen sogar an den Vatikan“, bestätigte ein Unternehmenssprecher. Sollte sogar Papst Franziskus heimlich mal eine Jeans tragen, ist sie womöglich aus Dorsten geliefert worden.

Integrierter Kundenservice gehört dazu

Und sollte sie nicht passen, könnte ein Sprecher des Heiligen Vaters sich gleich in Dorsten beschweren. Denn neben der IT, der Logistik und dem Transport-Management zählt ein integrierter Kundenservice zu den Erfolgsfaktoren in dem neuen E-Commerce-Distributionszentrum.

Im Auftrag der Markenkunden übernehmen Arvato-Mitarbeiter die direkte Kommunikation mit den Endkunden und kümmern sich um alle Belange - von Kundenanfragen bis hin zu Marketingaktionen.

Arvato war am 25. Februar Gastgeber des Unternehmerfrühstücks der IHK Nord-Westfalen. Rund 50 Firmenvertreter aus Dorsten nahmen daran und an einer anschließenden Führung teil. Das nächste Treffen ist Ende Oktober bei Kötter Maschinenbau in Wulfen.
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