Asbest ist in Böden und Heizungen enthalten - bei sachgerechtem Umgang passiert nichts

mlzAsbest in Wohnungen

Asbest wurde in den 1960er- und 1970er-Jahren sehr häufig als geeigneter Dämmstoff verwendet. In Barkenberger LEG-Häusern ist Asbest in Böden und Heizungen enthalten.

Dorsten

, 19.08.2019, 11:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wie Rita und Wilhelm Zachraj als LEG-Mieter haben auch weitere Barkenberger ihre Böden in ihren Wohnungen mit Fliesen überklebt. Das hätten sie nicht machen dürfen. Denn die Fliesen wurden auf einem sogenannten Floor-Flex-Boden verklebt, nachdem der Untergrund angeraut worden war.

Das LEG-Mieterhandbuch (Ausgabe 2016, online nachlesbar unter www.leg-wohnen.de/LEG_Mieterhandbuch) enthält im Kapitel 6 „Sicher und gesund Wohnen“ auf Seite 35 den Hinweis auf die Floor-Flex-Böden und ihre Inhaltsstoffe. „Die Gefahr einer Asbestfaserfreisetzung ist eher gering. Floor-Flex-Bodenplatten müssen laut Asbestrichtlinie NRW nicht generell ausgetauscht werden“, heißt es darin. Aber auch: „Führen Sie keine Arbeiten an dem Boden durch, die diesen beschädigen, zum Beispiel abschleifen, bohren, sägen, trennen, schneiden usw. Insbesondere dürfen Sie die Floor-Flex-Platten nicht entfernen.“

Floor-Flex-Platten enthalten einen Asbestanteil, auch der Kleber, der die Platten am Boden festhält, ist asbestbelastet. Bei unsachgemäßer Bearbeitung des Bodens können Asbestfasern freigesetzt werden. Das kann erhebliche gesundheitliche Folgen haben, warnt das Umweltbundesamt.

Firmen mit dem nötigen Know-how beauftragen

Das Umweltbundesamt empfiehlt bei Arbeiten an diesen Böden dringend, nur Firmen zu beauftragen, „die über die erforderlichen personellen und sicherheitstechnischen Voraussetzungen verfügen und eine entsprechende Zulassung der zuständigen Behörde besitzen“. LEG-Pressesprecher Mischa Lenz sagte auf unsere Anfrage: „Bei Mieterwechseln werden die Böden grundsätzlich überprüft und bei Beschädigungen sachgerecht ausgetauscht“, so Lenz. Das sei bis Mitte 2018 in mehr als 30 Wohnungen der Fall gewesen.

Asbest ist in Böden und Heizungen enthalten - bei sachgerechtem Umgang passiert nichts

Mischa Lenz, LEG-Pressesprecher © Foto LEG

Auch die Nachspeicheröfen in den Barkenberger Wohnungsbeständen der LEG können Asbest enthalten. Die Öfen sind wohl teilweise noch alte, asbesthaltige Öfen, aber nicht alle, wie Mischa Lenz auf Anfrage erklärte. „Davon gehen aber durch die Nutzung keinerlei Gefahren oder Risiken aus. Die Nachtspeicheröfen sind gesundheitlich völlig unbedenklich“, so der LEG-Sprecher. Im Sinne der Sicherheit solle man allerdings nicht selber Arbeiten an den Öfen durchführen, „also diese auch nicht öffnen“, wozu allerdings auch kein Grund bestehe.

Mischa Lenz: „Wartungs- und Reparaturarbeiten an den Öfen sollten grundsätzlich nur durch autorisierte Fachunternehmen durchgeführt werden. Bei Bedarf werden diese selbstverständlich von uns mit den gegebenenfalls nötigen Arbeiten beauftragt.“

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