Damit die Signale bei den Lokführern ankommen, müssen die Bahnübergänge, wie hier an der Gälkenheide, umgerüstet werden. © Guido Bludau
Bauarbeiten

Auch an kleinen Bahnübergängen ist das digitale Zeitalter angekommen

Die Digitalisierungsoffensive der Bahn geht weiter. Jetzt werden Bahnübergänge an der Strecke Dorsten - Coesfeld umgebaut. An der Gälkenheide in Dorf Hervest wird schon gebuddelt.

Der Zugführer bekommt ein Signal: Ist der Bahnübergang geschlossen? Leuchtet das rote Blinklicht? Hat der Zug freie Fahrt? Damit diese wichtigen Informationen beim Zugführer ankommen, muss die Bahn sukzessive etliche Bahnübergänge umrüsten, seit das neue elektronische Stellwerk in Betrieb gegangen ist.

Jetzt ist die Digitalisierungsoffensive der Bahn auch in Dorf Hervest angekommen, genauer gesagt am östlichen Bahnübergang Gälkenheide. Der bleibt bis voraussichtlich 31. Dezember voll gesperrt. Umleitungen sind eingerichtet.

Wie ein Bahnsprecher auf Nachfrage erläuterte, ist der Bahnübergang Gälkenheide an der Bahnstrecke Dorsten – Coesfeld in guter Gesellschaft. Auch die Übergänge am Roten Stein, an der Munastraße und am Verspohlweg im weiteren Verlauf der Strecke werden technisch umgerüstet und danach ins digitale Zeitalter entlassen.

Die Modernisierung von 22 Bahnübergängen kostet 7,16 Mio. Euro

Dass die Lokführer die freie Fahrt demnächst elektronisch avisiert bekommen, lässt die Deutsche Bahn sich was kosten: Insgesamt investiert sie 7,16 Millionen Euro in die Modernisierung der 22 Bahnübergänge entlang der Eisenbahnstrecken Dorsten – Coesfeld (Regionalbahn RB 45) und Essen – Dorsten – Borken (Regionalexpress RE 14) im Stadtgebiet Dorsten.

Die Kostenanteile für die Stadt belaufen sich laut Berechnungen der Stadtverwaltung auf 1.308.532 Euro, sind aber zu 75 Prozent förderfähig, sodass am Ende ein städtischer Eigenanteil von 327.133 Euro zu stemmen ist.

In elektronischen Stellwerken werden Signale und Weichen mit Computertechnik per Mausklick gestellt. Dort werden die Routen nicht mehr per Hand an Pulten geschaltet, sondern alles läuft digital.

Für das neue Stellwerk wurde auch der Bahnhof Dorsten umgebaut

Das auch für die Strecke durch Hervest zuständige Stellwerk läuft seit Dezember 2019 und steuert Signale, Weichen und Schranken seither elektronisch. Für das Stellwerk wurden im Bahnhof Dorsten die Gleisanlagen umgebaut und an die neue Technik angepasst.

Es hat auch den neuen Haltepunkt „Klein Reken“ ermöglicht, die nun vielen Fahrgästen eine tägliche, umstiegsfreie Bahnverbindung nach Essen bietet und in der anderen Richtung wie bisher Anschluss in Coesfeld nach Münster, Gronau/Enschede und Dortmund hat.

An den Bahnübergangs-Baustellen, an denen keine Vollsperrung mit Umleitung möglich ist, müssen die Lokführer nach „alter Schule“ vorgehen: Schritttempo fahren, durch Hupen auf sich aufmerksam machen und auf Sicht durchrollen. Erst danach darf es digital weitergehen.

Über die Autorin
Redaktion Dorsten
Geboren und geblieben im Pott, seit 1982 in verschiedenen Redaktionen des Medienhauses Lensing tätig. Interessiert an Menschen und allem, was sie anstellen, denken und sagen.
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Petra Berkenbusch

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