Auch die seelische Gesundheit leidet unter der Corona-Pandemie

mlzWelttag am 10. Oktober

Corona zehrt an den Nerven. Für psychisch labile Menschen stellt die Pandemie eine ganz besondere Herausforderung dar. Für ihre Betreuer auch. Doch gemeinsam meistern sie die Krise.

Dorsten

, 26.09.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit Kraft durch die Krise. Gesund bleiben - auch psychisch.“ Für die Mitglieder der Psycho-Sozialen Arbeitsgemeinschaft Dorsten ist das nicht nur ein Wunsch, sondern sozusagen das Arbeitsmotto, denn alle Einrichtungen wollen ihre Klienten gut durch die Coronakrise begleiten, obwohl das Virus allerorten die Arbeit verändert und erschwert hat.

„Wir sind eine starke Gemeinschaft“, sagt Beate Borgmann von der Ehe-, Familien- und Lebensberatung des Bistums, die sich drei- bis viermal mit ihren PSAG-Mitstreitern zum Austausch und zur Vernetzung trifft.

Der Welttag der seelischen Gesundheit geht online

Jetzt steht wieder der Welttag der seelischen Gesundheit am 10. Oktober bevor, um den sich in Dorsten normalerweise einige Veranstaltungen und Aktionen ranken, die in diesem Jahr allerdings ausfallen müssen. Das Berliner Aktionsbündnis seelische Gesundheit hat jedoch ein breites Online-Angebot zu verschiedenen Themen auf die Beine gestellt, bei dem Dorstener mitmachen können.

Hier gibt‘s Hilfe

Bei eigenen psychischen Problemen oder Sorgen um Angehörige oder Freunde können Menschen sich an den Sozialpsychiatrischen Dienst des Gesundheitsamtes unter Tel. (02362) 9465-7729 oder 9465-7731 wenden. Dort übernimmt Ulrike Mossakowski sozusagen die „Lotsenfunktion“ und sucht gemeinsam mit den Klienten nach Hilfe aus der Krise.

Da geht es um Themen wie „Job-Coaching - Arbeiten trotz psychischer Erkrankung“, „Strategien für einen erholsamen Schlaf“, „Kinder psychisch erkrankter Eltern“ und vieles andere. Auch die „Krisenintervention in Krisenzeiten - Corona und die psychosozialen Folgen“ sind ein Thema - auch vor Ort, wo die Berater oftmals gespürt haben, wie sehr psychisch labile Menschen in der Pandemie von Erschöpfung und Überforderung zusätzlich belastet worden sind.

Beraterin weiß: „Die latente Anspannung zehrt“

Gerade die Situation isolierter oder allein lebender Menschen, berichtet Beate Borgmann, sei durch Corona noch verschärft worden. „Die latente Anspannung zehrt.“ Bei vielen seien gesundheitliche Ängste und Existenzsorgen hinzugekommen oder noch schwerwiegender geworden.

Anne Rentmeister von der Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche der Caritas macht auf ein weiteres Problem aufmerksam: „Viele Selbsthilfegruppen konnten sich nicht mehr treffen, Therapieangebote fielen weg, und damit wichtige Pfeiler im Leben psychisch kranker Menschen.“ Zum Glück seien die Beratungsstellen immer für ihre Klienten dagewesen, wenn auch zeitweise nur telefonisch oder online. Aber man habe immer im Kontakt bleiben können mit den Klienten.

Und natürlich machen auch sie sich Sorgen wegen des bevorstehenden Winters. Borgmann: „Reicht die Resilienz des Sommers aus, um den Corona-Winter zu überstehen?“ Sie rät allen Menschen, auch den vermeintlich psychisch stabilen, zur Selbstfürsorge. „Fragen Sie sich, was Ihnen gut tun könnte. Und tun sie‘s.“ Menschen mit psychischen Problemen bietet die PSAG dabei ihre Hilfe an.

Lesen Sie jetzt