Auch nach dem Geldabheben am Automaten empfiehlt sich gründliches Händewaschen

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Geldinstitute lassen zwar häufiger putzen, aber sie stellen keine Desinfektionsmittelspender neben ihre Geldautomaten. Dafür haben sie gute Gründe.

Dorsten

, 20.03.2020, 14:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Hygiene ist in diesen Tagen das oberste Gebot. Wir hören es immer wieder: Händewaschen, Abstand halten, in die Armbeuge husten oder niesen. Menschen machen sich plötzlich Gedanken über all jene Orte, an denen das Coronavirus ihrer Gesundheit auflauern kann.

„Dürfen die Banken die Tastaturen ihrer Geldautomaten ihren Kunden einfach so ohne Desinfektionsmittel anbieten?“, fragte zum Beispiel ein Leser nach dem Besuch seiner Bankfiliale. „Was ist, wenn ein Kunde ungeschützt auf die Tastatur hustet oder niest? Müssten da nicht Spender mit Desinfektionsmitteln stehen?“

„Müssen nicht“, sagt Stefan Fokken aus dem Pressecenter der Sparkasse Vest Recklinghausen. „Sind auch vom Robert-Koch-Institut nicht empfohlen.“

Banken haben die Reinigungsintervalle verkürzt

Die Sparkasse halte sich streng an die Richtlinien des RKI. Man habe die Reinigungsintervalle für Türklinken, Griffe, Handläufe und Tastaturen deutlich verkürzt, „aber wir können nicht daneben stehen und nach jedem Kunden wischen.“ Es gelte dagegen die Empfehlung für den Kunden, sich (auch) nach der Benutzung der Tastatur nicht ins Gesicht zu fassen und bei nächster Gelegenheit die Hände gründlich zu waschen.

Ralf Bröker von der Vereinten Volksbank bestätigt, dass auch in seinem Institut die Oberflächen häufiger gereinigt werden, aber kein Desinfektionsmittel neben den Automaten steht. „Während der Öffnungszeiten dürfen die Kunden sich an den Beratertischen am Desinfektionsmittel bedienen oder auf unserer Kunden-Toilette die Hände waschen.“ Wenn nur noch die Selbstbedienungsterminal geöffnet sind, entfalle dieses Möglichkeit.

Krankenhäuser brauchen die Mittel derzeit dringender

Stefan Fokken weist darauf hin, dass es derzeit ohnehin keine Spender für Desinfektionsmittel auf dem Markt zu kaufen gibt. Und wenn es welche gäbe, wären sie wohl begehrtes Diebesgut. „Außerdem: Sollen wir wirklich den Krankenhäusern und Arztpraxen diese Mittel wegkaufen?“ Sensiblen Kunden rät er dazu, entweder Einweghandschuhe oder eigenes Desinfektionsmittel mitzubringen oder sich ans bargeldlose Bezahlen zu gewöhnen. „Das würde manchen Besuch am Geldautomaten ersparen“, appelliert er auch im Namen von Händlern. „Es wäre für die Kassiererinnen auch angenehmer und viel hygienischer, wenn das Bezahlen kontaktlos vonstatten ginge.“

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Ralf Bröker bittet im Namen der Volksbank-Mitarbeiter die Kunden um mehr Rücksicht: „Trotz allem wird von vielen Kunden der gebotene Sicherheitsabstand immer noch ignoriert - zu unseren Mitarbeitern und auch untereinander.“

„Kommt nicht alle auf einmal!“

Bitte der Banken zum bevorstehenden Monatswechsel Zum Monatswechsel hat Stefan Fokken noch einen Tipp für alle Bankkunden parat, die rund um den 1. eines Monats gern die Schalterhallen der Geldinstitute fluten: „Die Bargeldversorgung ist sicher! Sie müssen nicht am ersten Tag kommen. Auch in den nächsten Tagen ist noch Geld da.“ Und auch hier gilt der Rat, mehr aufs bargeldlose Bezahlen und das Online-Banking zurückzugreifen.
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