Auf Testfahrt durch Dorsten: Richtig „flüssig“ ist es selten

mlzAmpel-Check

Dorsten - Stadt der roten Welle. Das sagen viele Autofahrer und ärgern sich schwarz. Doch wie schlecht sind die Ampelschaltungen wirklich? Wir haben zwei Routen getestet.

Dorsten

, 13.03.2020, 16:30 Uhr / Lesedauer: 3 min

An den Ampeln in Dorsten scheiden sich die Geister. Manche Autofahrer sitzen ganz entspannt hinterm Steuer, weil sie zügig vorankommen. Andere könnten vor Wut ins Lenkrad beißen, weil sie offenbar jede Rotphase erwischen.

Für unsere Testfahrten haben wir zwei Routen durch die Stadt ausgewählt, die täglich von Tausenden Autofahrern genutzt werden. Wir sind zwischen 8.45 und 9.30 unterwegs gewesen - also zu einer Zeit, in der der schlimmste Berufsverkehr vorbei ist, aber trotzdem viele Autos auf den Straßen sind. Typisch Dorsten eben.

1. Testfahrt: Vom Krankenhaus zum Rathaus

Die erste getestete Strecke beginnt am Dorstener St. Elisabeth Krankenhaus und endet am Rathaus. Die Strecke ist 2,7 Kilometer lang. Laut Google Maps benötigt man für die Fahrt etwa sieben Minuten und das bei einem „leicht erhöhten Verkehrsaufkommen“. Um es vorweg zu nehmen: Google liegt daneben.

Mehr als ein halbes Dutzend Ampeln liegen auf dem Weg mitten durch die Stadt. Erste Erkenntnis: Tempo 50 schützt vor Rotlicht nicht. Zweite Erkenntnis: An der Kreuzung Julius-Ambrunn-Straße/Willy-Brandt-Ring geht‘s schneller als gedacht, wohl auch deshalb, weil aus der Gegenrichtung keine Busse vom ZOB kommen.

Dafür steht man wenige Meter weiter fast zwei Minuten. An der Einmündung Vestische Allee dauert die Pause fast zwei Minuten. Und spätestens an der nächsten Kreuzung (Hansestraße/Ostwall) dämmert dem Autofahrer: Die Ampelschaltung ist suboptimal, die Grüne Welle gibt es hier nicht.

Über das Gemeindedreick zum Rathaus geht es dagegen beinahe flüssig, was wohl auch an der Tatsache liegt, dass das Verkehrsaufkommen zu dieser Zeit nicht so hoch ist wie zur „Rush-Hour“. Ziel erreicht nach neun Minuten, immerhin.

2. Testfahrt: Von Hervest nach Holsterhausen

Die zweite getestete Strecke beginnt am Zechengelände in Hervest und endet bei Edeka Honsel in Holsterhausen. Die Strecke ist 3,6 Kilometer lang, man benötigt laut Google Maps neun Minuten für die Fahrt. Hierbei handelt es sich laut Google um die „schnellste Route, trotz üblicher Verkehrslage“.

Schnell geht es über die Halterner Straße zum Gemeindedreieck, den beiden „Kreiseln“ sei dank. Die manchmal nervige Ampel an der Einfahrt zum Rathaus-Parkplatz steht natürlich auf Rot, die am Gemeindedreieck sowieso.

Auf der Borkener Straße geht es mit ordentlichem Stadt-Tempo und mit grüner Welle an vier Ampeln weiter. Super! Kurze Pause bei „El Tori“, eine weitere an der Einmündung zur Martin-Luther-Straße. Wenig später jedoch steht der Testfahrer zufrieden vor Edeka-Honsel an der Freiheitsstraße und denkt: „Ging doch gut!“

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Das sagen Autofahrer über die Ampelschaltungen

Ruth Hilse antwortete auf unsere Umfrage nach den nervigsten Ampeln für Autofahrer bei Facebook: „Definitiv Mercarden - Lustige Fußgänger Ampel. Einer drückt immer auf den Knopf. Mal für ein Brötchen, mal für einen Kaffee to go.“ Frank Schmidt kann ihr da nur beipflichten: „Genau richtig. Schlechteste Ampelschaltung in Dorsten!“

Auch Wiebke Beneke ist dieser Meinung: „Ich kam Samstag zur Ampel dort zur Kreuzung an den Mercaden und stand ganz bestimmt 7 Minuten an dieser Ampel, weil drei Busse Richtung Bahnhof fuhren. Ich dachte ich würde nie wieder fahren.“

Ralf Rosenow findet: „Gerade auf der 224 in der Innenstadt ist keine grüne Welle vorhanden. Da würde eine Optimierung einiges bringen.“

Nicole Lohner kommentierte unsere Facebook-Umfrage so: „Schlimm finde ich auch die kurze Grünphase an der Kreuzung Jobcenter. Von Holsterhausen geradeaus in Richtung Hervest und umgekehrt. Maximal ca. 2 Autos dürfen geradeaus fahren.“

Nicht alle Autofahrer schimpfen über Dorstens Ampeln

Aber es gibt auch andere Stimmen in Dorsten. Jörg Hohaus kommentierte unter unserer Umfrage: „Ich fahre seit zwei Monaten jeden Tag zwölf Mal durch Dorsten beruflich. Finde die Ampelschaltung top.“

Auch Jule Völkel hat andere Erfahrungen an Dorstens Ampeln gemacht: „Hatte schön öfters eine grüne Welle von Mecces runter ins Gemeinde Dreieck.“

Wir haben die Stimmen bei Facebook zum Anlass genommen, zwei Strecken selbst zu testen. Da wir nicht alle genannten Ampeln kontrollieren konnten, haben wir uns für zwei Strecken entschieden, die somit repräsentativ auf die „grüne Welle“ in Dorsten getestet wurden.

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