Familienarbeit des Paul-Gerhardt-Hauses dringt bis nach Düsseldorf vor

mlzAusgezeichnete Arbeit

Das hätten sich die Aktiven in der Familienbildungsstätte Paul-Gerhardt-Haus nicht träumen lassen: Durch Zufall rückte das PGH in den Fokus des Familienministeriums NRW. Das kam so.

Dorsten

, 05.06.2020, 10:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es ist noch nicht allzu lange her, da stand das Paul-Gerhardt-Haus, die Evangelische Familienbildungsstätte in Dorsten, auf der Kippe. Wirtschaftliche Situation, Einnahmen und Ausgaben und personelle Ausstattung sowie Besucherfrequenz wurden kritisch beäugt. Der Druck, sich schlanker aufzustellen, Kursgebühren zu erhöhen und beim Raumangebot im Gebäude An der Landwehr abzuspecken, haben sich aber ausgezahlt. „Wir sind im grünen Bereich“, sagt PGH-Leiterin Marion Tenorth auf unsere Anfrage.

Breit angelegte Studie des Familienministeriums

Jetzt hat das PGH weiteren Auftrieb bekommen, wie sie erzählt. Denn die Technische Hochschule Köln hat im Auftrag des NRW-Familienministeriums die Fühler nach Dorsten zum Paul-Gerhardt-Haus ausgestreckt, um die informelle Familienarbeit des PGH für eine Studie unter die Lupe zu nehmen.

Marion Tenorth (r.) mit ihrer Vorgängerin Ursula Klare.

Marion Tenorth (r.) mit ihrer Vorgängerin Ursula Klare © Claudia Engel (A)

Das Institut für Kindheit, Jugend, Familie und Erwachsene der Technischen Hochschule Köln unter Leitung von Prof. Dr. Ute Müller-Giebeler evaluiert im Auftrag des Landesministeriums familienpolitische Leistungen am Beispiel von fünf Familienbildungsstätten im Land NRW, darunter eben auch das PGH.

„Hintergrund ist, dass diese Studie als Grundlage für Etatberatungen zur Familienbildung auf Landesebene dienen könnten“, sagt Tenorth. Die Finanzierung der Familienbildung sei immer wieder ein Thema, auch wenn das PGH zurzeit nicht in Not sei.

Per Zufall ins Spiel gekommen

Thorsten Eggers, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Projektes, stieß bei Marion Tenorth deshalb auf offene Türen. Es sei begrüßenswert, wenn man sich über eine Studie als wertvolle Anlaufstelle für gesellschaftliche Herausforderungen empfehlen könne. Es war aber reiner Zufall, dass das PGH überhaupt ausgewählt worden ist. „Eine Evangelische Einrichtung hat kurzfristig die Teilnahme an der Untersuchung der Kölner Hochschule absagen müssen“, so Tenorth. „So sind wir ins Spiel gekommen.“

Eggers gab Tenorth schriftlich, dass das PGH „für gute Praxis der Familienbildung ausgewählt wurde“. Er kam nach Dorsten, interviewte die PGH-Chefin. „Unsere Netzwerke wurden abgefragt, die Teilnehmerstruktur untersucht, die Personal-, Finanz- und Organisationsstruktur beleuchtet.“

PGH ist mitten im Umbau

Da das PGH mitten im Umbau ist, ein Teil des Hauses An der Landwehr wird für Gruppen des benachbarten Evangelischen Kindergartens Regenbogen hergerichtet, konnte das Team beweisen, dass auch dezentrale Arbeit möglich ist. „Wir sind bei den Freien Christen im ehemaligen Bahnhof Hervest vertreten, mit einigen Gruppen auch im Leo auf dem Zechengelände“, so Marion Tenorth. Sie ist gespannt, welche Erkenntnisse die Studie zutage fördert und ob sie sich fürs PGH auszahlt.

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