Ausstellung im Museum eröffnet

DORSTEN "Sprachlich war es eine einfache, emotional meine schwerste Arbeit", bekannte Eva Profousovà am Sonntagmorgen bei ihrer Einführung zur Eröffnung der Sonderausstellung im Jüdischen Museum, die das Prager Tagebuch 1941-1942 von Petr Ginz zum Thema hat.

von Von Anke Klapsing-Reich

, 20.01.2008, 13:21 Uhr / Lesedauer: 1 min
Eva Profousovà führte in die Tagebuch-Ausstellung ein.

Eva Profousovà führte in die Tagebuch-Ausstellung ein.

Die selbst in Prag aufgewachsene Wahl-Hamburgerin übersetzte das einmalige Zeitdokument aus dem Tschechischen ins Deutsche und erkannte dabei, "dass dieses verdrängte Thema auch mit meiner Geschichte zu tun hat.

In ihrer Lesung aus dem Tagebuch ließ sie Petr Ginz selbst zum Publikum sprechen. Spröde, einfach und unreflektiert vertraute der 13-jährige Junge eines jüdischen Vaters und einer tschechischen Mutter seinem Tagebuch Gedanken und Beobachtungen an, die er in dem für Juden mehr und mehr zum Ghetto ohne Mauern werdenden Prag machte.

Zeichnerisches Talent

Er erzählt von Schulaufgaben und dem Judenstern, von Fußballspielen und Verhaftungen, Arbeitseinsätzen und Deportationen - nüchtern, authentisch und unmittelbar. Die Illustrationen, mit denen der Junge seine Aufzeichnungen ergänzt, zeugen von seinem zeichnerischen Talent.1942 wird Petr Ginz von Prag nach Theresienstadt deportiert, zwei Jahre später stirbt er in der Gaskammer von Auschwitz.

Das erst 2003 wieder gefundene Tagebuch sei der Glücksfall einer Hinterlassenschaft, die Einblick in das Denken eines 13-Jährigen in der Zeit des Holocaust gebe, würdigte Museumsleiter Dr. Norbert Reichling die Ausstellung zum Holocaust-Gedenktag (27.1.). 18 Text- Bild-Tafeln, angereichert durch Hingergrundinformationen und Exponate über Theresienstadt sind bis zum 17. Februar im Jüdischen Museum zu sehen.

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