Das Amtsgericht in Recklinghausen: Hier muss sich die Frau aus Wulfen den Vorwürfen stellen. © Jörn Hartwich
Prozess

Automat aufgebrochen: Spielhallen-Aufsicht unter Verdacht

Eine Spielhallenaufsicht soll einen Kunden bei der Plünderung eines Automaten gedeckt haben. Jetzt steht die Frau aus Wulfen vor Gericht – und bestreitet die Vorwürfe.

Der Gerichtssaal war komplett abgedunkelt, die Qualität des Überwachungsvideos wurde trotzdem nicht besser: Vor rund anderthalb Jahren soll eine Spielhallenaufsicht aus Dorsten gemeinsame Sache mit einem Kunden gemacht haben – was sie bestreitet.

Es war im Oktober 2019, spät in der Nacht. Die 55-Jährige arbeitete damals in einer Spielhalle in Oer-Erkenschwick. Die Staatsanwaltschaft ist davon überzeugt, dass sie einen Kunden gedeckt hat, der sich mit Brachialgewalt an einem der Automaten zu schaffen gemacht haben soll. Angeblich wollte er ihn aufhebeln, was aber wohl nicht gelang. Der Sachschaden war trotzdem erheblich. Laut Anklage belief er sich auf rund 5.000 Euro.

Tatenlos danebengestanden?

Im Prozess am Amtsgericht Recklinghausen hat die Wulfenerin die Vorwürfe allerdings bestritten. Die Richterin hat daraufhin die Aufzeichnungen einer Überwachungskamera vorgespielt, auf dem die 55-Jährige zwar zu sehen ist, mehr aber auch nicht.

Laut Anklage habe sie tatenlos daneben gestanden, als der Automat demoliert worden sei. Der ebenfalls angeklagte, mutmaßliche Kunde hat sich gar nicht zu den Vorwürfen geäußert. Das Gericht will nun den Inhaber der Spielhalle als Zeugen laden und möglicherweise auch ein Identifizierungsgutachten in Auftrag geben. Bis dahin gilt für die 55-Jährige natürlich weiter die Unschuldsvermutung.

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Gerichtsreporter

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