Nach Rüffel von ganz oben: Bahn baut für 1,1 Mio. Euro neue Gleise

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Viel Geld muss die Deutsche Bahn derzeit in Dorsten nachträglich in neue Gleise sowie Technik investieren. Denn beim Groß-Umbau 2018 hatte das Eisenbahn-Bundesamt Korrekturen angemahnt.

Dorsten

, 27.10.2020, 17:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bagger und andere Baumaschinen an der Gelsenkirchener Straße entlang der Bahnstrecke. Schweres Gerät, das auf den Gleisen ackert. Bauarbeiter, die Bahnschwellen und Metallstränge verlegen, auch nachts und an Wochenenden. Wer von der „Hohen Brücke“ von oben in Richtung Dorstener Bahnhof blickt, der sieht inzwischen, was diese Bauarbeiten im Gleisgelände der vergangenen Wochen zu bedeuten haben: Neue Weichen, neue Signalanlagen, neue Gleise sind zu erkennen.

1,1 Millionen Euro hat die Deutsche Bahn AG laut eines Bahn-Sprechers auf Anfrage unserer Zeitung in die Baumaßnahme investiert: „Alle derzeit umgesetzten Maßnahmen dienen der Stärkung der Kapazität und Leistungsfähigkeit des Bahnhofs Dorsten“, so die offizielle Aussage.

Auflagen erteilt

Dafür musste die Bahn AG aber erst einen Rüffel von ganz oben kassieren. Denn das Eisenbahnbundesamt als Genehmigungsbehörde hatte den im Jahre 2018 erfolgten Umbau des Dorstener Bahnhofsbereichs im Zuge des Anschlusses an das Elektronische Stellwerk Coesfeld bemängelt und die teuren Nachbesserungsarbeiten zur Auflage gemacht.

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Denn mit dem Umbau der damaligen Gleisanlagen hatte die Bahn nur noch Gleise für den Personennahverkehr bereit gehalten. Das Eisenbahnbundesamt indes wies die Deutsche Bahn an, langfristig weiterhin einen störungsfreien Betrieb auch für Güter-, Sonder- und Arbeitszüge zu ermöglichen - beispielsweise für die Züge der Dorstener Gleisbaufirma Bugdoll oder die Schienenbusse der hiesigen „Revier-Sprinter“.

Insgesamt vier neue Ausweich- und Abstellgleise hat die Deutsche Bahn in Dorsten verlegt.

Eine Menge schweres Gerät kam während der Bauarbeiten zum Einsatz. © Michael Klein

Im Zuge der jetzigen Bauarbeiten hat die Deutsche Bahn gleich vier neue Gleise für diesen „Gelegenheitsverkehr“ geschaffen. Zwei „Mittelgleise“ nahe des Betriebsgebäudes der Nordwestbahn, jeweils 152 und 205 Meter lang und mit einem Prellbock versehen. Hier können nun Wagen und Lokomotiven über den regulären Betrieb hinaus abgestellt und zum Beispiel auch für Sonderfahrten von Eisenbahnfreunden angemietet werden.

Ausweichmöglichkeiten

Das gilt auch für das 355 Meter lange und in den Plänen mit der Nummer „10“ geführte neue Prellbock-Gleis, das auf der Ostseite neu verlegt wurde. Das mit über 400 Metern längste der neuen Gleise befindet sich daneben - es bietet die vom Eisenbahnbundesamt geforderten Ausweichmöglichkeiten für Güterzüge und Sonderverkehre, die immer mal wieder nötig sein können.

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„Die eigentlichen Bauarbeiten sind zwischenzeitlich abgeschlossen und die Inbetriebnahmen erfolgen derzeit“, erklärte der Bahn-Sprecher. Die abschließende Freigabe der neuen Anlagen sei für das Wochenende 14./15. November eingeplant.

Deswegen kommt es dann bei fünf Zugverbindungen spätabends und frühmorgens zu Zugausfällen zwischen Borken und Gladbeck-West. Die Nordwestbahn richtet ein Ersatz-Busangebot ein.

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