Bahn-Kuriosität: Wie zwei Männer in Lembeck den Zugverkehr regeln

mlzDeutsche Bahn

Im Dorstener Stadtteil Lembeck werden zwei Bahnübergänge technisch umgestellt. Das führt zumindest in einem Fall zu einem kuriosen Personaleinsatz.

Lembeck

, 20.09.2019, 04:40 Uhr / Lesedauer: 1 min

Ein Zug kommt, die Schranke schließt. Der Zug fährt vorbei, die Schranke öffnet sich wieder. Das funktioniert am Lembecker Bahnhof einwandfrei. Doch was technisch so einfach aussieht, ist gerade ziemlich umständlich zu bewerkstelligen.

„Die Bahnübergänge an der Lippramdorfer Straße und am Speckinger Weg werden auf neue, rechnergesteuerte Anlagen umgestellt“, bestätigte eine Bahnsprecherin auf Anfrage. Das heißt: Die alten Anlagen werden gerade demontiert, die neuen installiert.

Ein Bahnübergang wurde gesperrt

Am Speckinger Weg hat es sich die Deutsche Bahn einfach gemacht. Der Übergang wurde gesperrt. Besonders viele Fahrzeuge sind im Außenbereich ja nicht unterwegs.

Anders an der Lippramdorfer Straße. Dort wird der Übergang derzeit „ersatzweise mit einer mobilen Schranke gesichert“, erklärt die DB-Sprecherin. Die Bahn hat zu diesem Zweck einen sogenannten „Bahnübergangsposten“ nach Lembeck beordert, um den Zugverkehr regeln zu können. Das funktioniert so:

Schrankenwärter meldet dem Fahrdienstleiter

Der Schrankenwärter sitzt im Bahnhofsgebäude an der Lippramsdorfer Straße und bekommt eine Meldung vom Fahrdienstleiter, wenn sich die Regionalbahn 45 nähert.

Er schließt die Schranken und gibt eine sogenannte „Schließmeldung“ zurück an den Fahrdienstleiter. Kurios: Der sitzt nur 20 Meter entfernt den ganzen Tag in einem Auto und stellt dann das Signal für den Lokführer auf „Grün“.

Bahn-Kuriosität: Wie zwei Männer in Lembeck den Zugverkehr regeln

Der Fahrdienstleiter ist derzeit den ganzen Tag mit seinem Auto am Lembecker Bahnhof und regelt den Zugverkehr an dem Bahnübergang. © Guido Bludau

Dieser „Vorgang“ wiederholt sich alle 30 Minuten. Und: „Es wird alles schriftlich dokumentiert und nachweislich festgehalten“, bestätigte die Bahnsprecherin. Bis Dezember. Dann soll in Lembeck das elektronische Stellwerk in Betrieb genommen werden.

Für den Lembecker Fritz Cosanne, der sich das Prozedere in dieser Woche vor Ort erklären ließ, ist diese Vorgehensweise ein Unding: „Vermutlich ist das kein Einzelfall. Ich möchte gar nicht ausrechnen, was diese Person kostet. Mich wundert es nicht, dass bei der Bahn fünf Milliarden Euro Investitionsstau vorhanden sind.“

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