Bahnhofsbereich in Dorsten: Alle Weichen für Groß-Umbau sind gestellt

mlzBahnhofsumbau

Mit 10 Millionen Euro Kosten wird der Bahnhofsbereich in Dorsten umgebaut. Jetzt hat das Eisenbahnbundesamt die dafür nötigen Flächen frei gegeben. Deswegen gab es einen großen Bahnhof.

Dorsten

, 23.07.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es war ein schöner Ausblick in die Zukunft, den Manfred Diekenbrock am aufgelassenen West-Bahnsteig des Dorstener Bahnhofs skizzierte: Das renovierte Empfangsgebäude vor ihm hat schöne Türen und Fenster, auf dem Gleis um die Ecke steht der runderneuerte Schienenbus zur Abfahrt bereit, neben ihm auf der Außenterrasse der Bahnhofs-Gastronomie sitzen Kaffeetafel-Gäste, hinter ihm sind die Dorstener auf dem neuen Rad- und Fußweg entlang der umgebauten Radstation unterwegs.

12.000 Quadratmeter Fläche

Was vor Jahren noch ein Wunschtraum des Sprechers der „Dorstener Bahnhofsfamilie“ war, soll in spätestens zwei Jahren Wirklichkeit sein. Denn für die Neuentwicklung der Bahnhofsfläche und das Bahnhofsumfeld sind jetzt alle Weichen gestellt: Nachdem die stadtseitigen Gleise vor ein, zwei Jahren verlegt worden waren, hat das Eisenbahnbundesamt nun die Freigabe von 12.000 Quadratmetern ehemaliger DB-Fläche, die die Stadt Dorsten erworben hatte, genehmigt.

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Anlass für die beteiligten Behörden und Initiativen, die gute Nachricht vor Ort zu verkünden. Großer Bahnhof am Donnerstagmittag am noch verrammelten Dorstener Bahnhof. Selbst Ina Scharrenbach (NRW-Ministerin für Heimat, Kommunales und Bau) und Werner Lübberink (NRW-Konzernbevollmächtigter der Bahn AG) ließen es sich nicht nehmen, „den komplexen Prozess der Verzahnung von Stadt und Schiene“, wie die langjährigen und mitunter hakeligen Abstimmungen und Planungen in einer gemeinsamen Presseerklärung bezeichnet wurden, zu würdigen.

NRW-Ministerin Ina Scharrenbach überreichte Manfred Diekenbrock (Bahnhofsfamilie, dr.v.l.) und Bürgermeister Tobias Stockhoff (zw.v.r.) eine Urkunde. Mit im Bild: Henk Brockmeyer (l.) und Klaus-Dieter Büttner (rechts, beide Bahnflächen-Entwicklungsgesellschaft NRW) sowie Werner Lübberink (NRW-Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn AG).

NRW-Ministerin Ina Scharrenbach überreichte Manfred Diekenbrock (Bahnhofsfamilie, Dritter v.l.) und Bürgermeister Tobias Stockhoff (Zweiter v.r.) eine Urkunde. Mit im Bild: Henk Brockmeyer (l.) und Klaus-Dieter Büttner (rechts, beide Bahnflächen-Entwicklungsgesellschaft NRW) sowie Werner Lübberink (Zweiter v.l., NRW-Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn AG). © Michael Klein

Nachdem die Bahn AG in den vergangenen zwei Jahren viele Millionen Euro in Dorsten in die digitale Stellwerkstechnik, in Gleise und Weichen, in die komplette Erneuerung von vier Bahnsteigen und deren Ausstattung gesteckt hatte, werden nun mit Mitteln von Land, Bund und EU innerhalb des Stadtumbauprogramms „Wie machen Mitte“ weitere zehn Millionen Euro investiert.

Dorstener Arbeit ist Ankermieter

Und zwar in den Umbau des denkmalgeschützten Gebäudes, das die Dorstener Arbeit als Ankermieter und mehrere Vereine (die „Bahnhofsfamilie“) als Bürgerbahnhof nutzen werden, in einen Rad- und Fußweg parallel zu den Gleisen, in einen neuen Bahnhofsvorplatz und die Radstation.

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Wann genau die Arbeiten für Dorstens neue „Drehscheibe“ starten, ist nicht bekannt. „Aber noch in diesem Jahr“, kündigte Bernd Lehmann (Planungsamt der Stadt) an. Gerne hätte Ministerin Ina Scharrenbach am Donnerstag den ersten Spatenstich für den Bahnhofsumbau vollziehen sollen, doch die Coronakrise hatte zu Verzögerungen geführt. Immerhin überreichte die Ministerin dem Bahnhofsfamilienoberhaupt Manfred Diekenbrock und Bürgermeister Tobias Stockhoff schon mal eine Urkunde für „beispielhaftes Engagement von Stadt und Bürgern“.

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