Bauherren freuen sich, wenn der Rohbau endlich steht - doch vom Antrag bis zum Baubeginn verstreicht zuweilen viel Zeit. Unser Foto zeigt das Baugebiet Josefstraße 2018. © Marie Rademacher (A)
Kürzere Bearbeitungszeiten

Bauanträge in Dorsten: Jetzt „fluppt“ es wieder im Bauamt

Gute Nachrichten für private und gewerbliche Bauherren in Dorsten: Nach langer Durststrecke kann das Bauordnungsamt wieder voll durchstarten. Das wirkt sich auf Bearbeitungszeiten aus.

Wieso dauert das so lange? Diese Frage haben Bauherren in Dorsten gestellt, weil ihre Geduld wegen der Bearbeitungszeiten ihrer Bauanträge auf die Probe gestellt worden ist.

Jetzt gibt es gute Nachrichten aus dem Bauamt: Zwei längerfristig vakant gebliebene Stellen konnten neu besetzt werden. Und das wird sich laut Auskunft von Baudezernent Holger Lohse auswirken: „Ich denke, dass wir eine lange Durststrecke durchschritten haben und nun, wie von Bürgern und Bauherren gewünscht, im entsprechenden zeitlichen Rahmen ihre Anträge abarbeiten können.“

Zwei Stellen waren lange Zeit nicht besetzt

Dem Dorstener Bauordnungsamt werden sechseinhalb Stellen zugesprochen. Sie sind allesamt wieder besetzt worden, nachdem 2019 und 2020 trotz wiederholter Ausschreibungen zunächst keine geeigneten Bewerber für zwei freie Ingenieursstellen gefunden werden konnten. Der Markt für Ingenieure sei leer gefegt, viele Behörden und Unternehmen suchten händeringend nach Fachkräften, sagt der Baudezernent.

„Außerdem waren zwei weitere Kollegen langzeiterkrankt. Auch das hat sich auf die Bearbeitungsdauer ausgewirkt“, sagt Holger Lohse. Trotz Überstunden hätten die verbliebenen Kollegen das Pensum naturgemäß nicht in der Zeit, wie bei voller Stellenbesetzung, bewältigen können.

Stadtbaurat Holger Lohse, hier bei einem Themenabend im Marienviertel vor der Pandemie, erläuterte, was sich durch die Neubesetzung der Stellen im Bauordnungsamt für Bürger und Bauherren ändern wird.
Stadtbaurat Holger Lohse, hier bei einem Themenabend im Marienviertel vor der Pandemie, erläuterte, was sich durch die Neubesetzung der Stellen im Bauordnungsamt für Bürger und Bauherren ändern wird. © Claudia Engel (A) © Claudia Engel (A)

Allerdings sagt Lohse auch, dass Dorsten trotz der Personalknappheit zeitlich immer noch gut im Rennen gelegen habe: „Blickt man auf die Bearbeitungszeiten in anderen Städten von Nordrhein-Westfalen, hat Dorsten nicht schlechter als andere abgeschnitten.“

Bürgerzufriedenheit dürfte wieder wachsen

Mit den neuen Stelleninhabern dürfte die Bürgerzufriedenheit wachsen. Allerdings setzt das voraus, dass private Bauherren ihre Anträge vollständig einreichen. „Es ist nicht zwingend schuld einer Behörde, wenn es zeitliche Verzögerungen gibt. Die Qualität der eingereichten Unterlagen entspricht nicht immer den Vorgaben“, so Lohse.

Der Baudezernent rät Bürgern und gewerblichen Bauherren dringend dazu, eine Bauberatung in Anspruch zu nehmen. „Bei größeren Maßnahmen empfehlen wir das ohnehin schon“, sagt Lohse. Beste Erfahrungen habe man dabei mit dem Großprojekt von Levis auf dem Wulfener Zechengelände gemacht. Für das Distributionszentrum wurden einige Vorabgespräche geführt, um die Einzelheiten festzuzurren: „Das hat sich zeitlich ausgezahlt“, sagt Holger Lohse.

Vollständige Anträge sind in zwei Monaten durch

Was für die ganz Großen gilt, gilt natürlich auch für die „kleinen“ Bauherren in Dorsten: Wer ein Einfamilienhaus plant und bauen lassen möchte, kann nun damit rechnen, dass sein Antrag, vorausgesetzt er ist vollständig, innerhalb zwei Monaten durchgewunken wird.

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Redaktion Dorsten
Seit 20 Jahren als Lokalredakteurin in Dorsten tätig. Immer ein offenes Ohr für die Menschen in dieser Stadt, die nicht meine Geburtsstadt ist. Das ist Essen. Ehefrau, dreifache Mutter, zweifache Oma. Konfliktfähig und meinungsfreudig. Wichtige Kriterien für meine Arbeit als Lokalreporterin. Das kommt nicht immer gut an. Muss es auch nicht. Die Leser und ihre Anliegen sind mir wichtig.
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Claudia Engel

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