Baukolonnen in der Fußgängerzone pflastern gegen die Corona-Krise

mlzWir machen Mitte

Die Innenstadt von Dorsten ist beinahe menschenleer, doch auf der Baustelle in der Fußgängerzone herrscht weiter Betrieb. Welche Auswirkungen hat die Corona-Krise auf die Arbeiten?

Dorsten

, 31.03.2020, 04:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Geschäfte sind fast alle geschlossen, die Innenstadt ist menschenleer. Wer außerhalb der Wochenmarkt-Zeiten die Einkaufsstraßen in der Dorstener City besucht, dem weht in diesen Tagen trostlose Öde entgegen. Nur auf dem Marktplatz und in einem Teil der Recklinghäuser Straße ist Betrieb.

Denn die von der Firma Benning eingesetzten Bauarbeiter sorgen weiter dafür, dass der Umbau der Fußgängerzone möglichst fristgerecht über die Bühne geht.

„Immer noch voll im Zeitplan“

Waren die Bauarbeiten in den ersten Wochen des neuen Jahres wegen der milden Temperaturen deutlich schneller als geplant vorangeschritten, mussten die Verantwortlichen in der Zwischenzeit ein paar Rückschläge hinnehmen - wie sie auf einer Baustelle immer wieder vorkommen. Dennoch: „Wir sind immer noch voll im Zeitplan“, betont City-Manager Christoph Krafczyk (Stadtteilbüro „Wir machen Mitte“).

Dass die Baufortschritte nicht so zügig weiterliefen, hat vor allem mit dem Wetter zu tun. „Ende Februar war es ein paar Tage nasskalt, sodass sich eine halbe Kolonne erkältet abmelden musste“, so Krafczyk.

Einige Erkältungsfälle

„Das hatte nichts mit dem Coronavirus zu tun“, betont er. Seit ein paar Tagen sind zwar alle Arbeiter wieder am Start. Von Einreisebeschränkungen wegen der Coronakrise seien die vornehmlich aus Portugal stammenden Bauarbeiter nicht betroffen. „Sie leben jetzt in der Bausaison sowieso alle in Deutschland.“ Personelle Ausfälle hat es dennoch wegen der Pandemie gegeben. „Aber nur deswegen, weil einige der Mitarbeiter hin und wieder zu Hause die Kinderbetreuung übernehmen müssen.“

Auch der erste Bauabschnitt in der Recklinghäuser Straße macht Fortschritte.

Auch der erste Bauabschnitt in der Recklinghäuser Straße macht Fortschritte. © Michael Klein

Auch auf der Baustelle werden der Coronavirus-Welle wegen Vorsichtsmaßnahmen ergriffen. „Wir haben die Abläufe angepasst“, so Krafczyk. Baubesprechungen finden nur noch alle zwei Wochen und dann draußen statt, in nötigem Abstand.

Die Arbeiter agieren ist festen Teams, „damit so wenig Austausch wie möglich stattfindet“. Zudem fahren die Benning-Bauarbeiter möglichst einzeln in ihren Privat-Pkw direkt in ihre „Quartiere“, damit sie auf dem Firmenhof keine Kontakt mehr zu Kollegen haben, die auf anderen Baustellen eingesetzt sind.

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Mit den Baumaterialien habe man auch keine Probleme, so Krafczyk. „Die nötigen Klinker- und Natursteine sind alle schon im Baulager vorrätig.“ Und Schotter und Split werde auch weiterhin wie gehabt angeliefert. „Sogar die beiden Bäume, die auf der Westseite der Recklinghäuser Straße eingepflanzt werden sollen, sind auf den Tag pünktlich gekommen.

Natursteine für den Marktplatz

Auf dem Marktplatz sind inzwischen die Klinkerpflaster- und Mosaikstreifen an den Rändern fertiggestellt, jetzt geht es an die eigentliche Platzfläche, die mit Natursteinen inklusive Laufstreifen belegt wird. Gehemmt werden die Bauarbeiter aber etwas von dem derzeitigen Nachtfrost: „Der Mörtel für die Mosaiksteine braucht nämlich eine konstante Temperatur von mindestens fünf Grad, um vernünftig auszuhärten.“

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Stand jetzt haben alle Projektpartner die Hoffnung, dass der neue Marktplatz bis zum abgesprochenen Fertigstellungstermin am 16. Mai abgenommen werden kann. Auch mit dem bereits begonnenen ersten Bauabschnitt der Recklinghäuser Straße geht es voran.

Ausschachtungen in der Ursulastraße

„Da hat die Coronakrise positive Seiten“, so der City-Manager. Weil die Geschäfte zu sind und kaum Passanten da sind, „haben die Bauarbeiter mehr Ruhe und mehr Platz“. Die Vorbereitungen dort sind abgeschlossen, bald kann damit begonnen werden, das Klinkerpflaster zu legen. Und nächste Woche sollen auch die Ausschachtungsarbeiten in der Ursulastraße starten.

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