Baumarkt-Chef verschenkt ganze Ladung Desinfektionsmittel an Ärzte

mlzCoronavirus

Weil Desinfektionsmittel in Arztpraxen während der Coronavirus-Pandemie Mangelware sind, hat der Inhaber von „Hagebau Sender“ eine besondere Spende für alle Ärzte in Dorsten überreicht.

Dorsten

, 03.04.2020, 20:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

In den ärztlichen Praxen gibt es derzeit dringenden Bedarf an Desinfektionsmittel. Doch die sind angesichts der Corona-Krise derzeit absolute Mangelware geworden - auch in Dorsten suchen Ärzte und ihre Praxen-Kräfte händeringend Nachschub. „Es ist derzeit nichts bei den Medizinbedarfs-Händlern zu bekommen“, sagt der Dorstener Arzt Dr. Stefan Möllhoff.

Bestellte Ladung bekommen

Und deshalb freut sich der Sprecher des Dorstener Ärztevereins umso mehr über eine ganz besondere Spende an sich und seine Kollegen. Denn Benjamin Sender, Geschäftsführer des „Hagebaumarkts“ (Gottlieb-Daimler-Straße 2), hat sich zu einer ungewöhnlichen Hilfsaktion entschlossen. „Ich habe überraschenderweise noch eine bestellte Ladung mit Desinfektionsmitteln geliefert bekommen“, sagt der Dorstener. „Und habe mich entschlossen, sie nicht zu verkaufen, sondern an die Dorstener Ärzteschaft zu verschenken.“

Einige Flaschen sollen zwar seine Mitarbeiter verwenden („wir haben ja auch unsere Hygiene-Vorschriften, die wir einhalten müssen“), den größten Batzen der Lieferung hat Benjamin Sender aber am Freitag an den Urologen Dr. Stefan Möllhoff übergeben.

Verkaufswert: rund 3000 Euro

250 Halbliter-Flaschen nahm der Mediziner für die Dorstener Ärzteschaft entgegen: normaler Verkaufswert: insgesamt rund 3000 Euro, doch angesichts des Engpasses werden inzwischen auf dem Markt längst höhere Preise aufgerufen, wenn überhaupt mal eine Lieferung kommt.

Eine ganze Palette an Desinfektionsmitteln bekommen die Dorstener Ärzte.

Eine ganze Palette an Desinfektionsmitteln bekommen die Dorstener Ärzte. © Michael Klein

Dr. Stefan Möllhoff betont, dass Ärztekammer und Kassenärztliche Vereinigung zwar ihr Bestes tun: „Sie können die Situation aber nicht ändern.“ In seiner Praxis sei deshalb vor allem noch mehr Händewaschen angesagt.

Rund 60 niedergelassene Ärzte gibt es in Dorsten, heißt: jede Praxis könnte theoretisch vier Flaschen bekommen. „Alle Ärzte bekommen eine Rund-Mail von mir, sie können die Flaschen dann in unserer Gemeinschaftspraxis im Gesundheitszentrum am St.-Elisabeth-Krankenhaus abholen“, sagt er.

„Bürger sollen nicht hamstern“

„Ich weiß, das ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein“, betont Benjamin Sender, dem sein früherer Hausarzt Dr. Fritz Lohmann den Kontakt zum Dorstener Ärzteverein hergestellte hatte. „Aber die Spende soll ein Anstoß auch für andere Bürger sein, solche Dinge nicht zu Hause zu hamstern, sondern bei den Ärzten abzuliefern“, sagt er. „Denn die machen grad alle einen tollen Job.“

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