Mitarbeiterinnen der Dorstener Arbeit schmückten am Freitag (27. November) den Weihnachtsbaum vor ihrer Haustür. © Michael Klein
Fußgängerzone

Baumschmuck-Aktion in Dorsten: Erste Diebstähle und Zerstörungen

Die geschmückten Tannen sollen zum Blickfang werden. Doch kaum hat die Weihnachtsbaumaktion für das Ehrenamt in der Fußgängerzone begonnen, gibt es schon die ersten Vandalismus-Schäden.

Da hatten die Mitarbeiter des THW-Ortsverbands Gladbeck/Dorsten sich so viel Mühe gegeben, ihre „Paten-Tanne“ in Höhe des THW-Schaufensters in der oberen Lippestraße mit „verbandstypischen“ Materialien zu schmücken. Doch dann das: Unbekannte Täter rupften die Flatterbänder ab, ließen die Girlanden mitgehen, nur einige wenige Christbaumkugeln hängen noch in den Zweigen.

„Schade und tut weh“

Nicht das einzige Baumexemplar, das in dieser Woche zerstört wurde. Auch an der Tanne des Reservistenkameradschaft gab es Vandalismus-Schäden, andere Bäume wurden mit Müll verschandelt. „Es ist schade und tut weh zu sehen, wie die Bemühungen des Ehrenamts zerstört werden“, meldete sich deshalb das Technische Hilfswerk in der Nacht zu Freitag in einem Facebook-Post zu Wort.

Die Tanne des THW in der Lippestraße wurde bereits gerupft, nur die Kugeln hängen noch.
Die Tanne des THW in der Lippestraße wurde bereits gerupft, nur die Kugeln hängen noch. © Michael Klein © Michael Klein

Auch Sabine Fischer, Leiterin der Stadtagentur, findet es „sehr traurig“, dass die Aktion, die in diesen Corona-Zeiten etwas mehr vorweihnachtlichen Glanz in die Innenstadt bringen soll, zerstörungswillige Zeitgenossen anzieht – kaum dass sie begonnen hat. Denn erst am Montag dieser Woche haben die ersten Baum-Paten damit begonnen, ihre Weihnachtstannen mit Bildern, Kugeln, Sternen oder Sprüchen zu behängen.

„Ersatz“ für Lichterfest

Die Stadtagentur Dorsten hat mitgeholfen, das vom Verein „Sag Ja zu Dorsten“ initiierte Baum-Projekt umzusetzen. „Da das Lichterfest in diesem Jahr Corona-bedingt ausgefallen ist, sollten die ehrenamtlichen Vereine und Verbände auf diese Art und Weise die Möglichkeit haben, sich und ihre Arbeit zu präsentieren““, so Sabine Fischer. Schöner Nebenaspekt: Die Fußgängerzone soll durch die Aktion an Attraktivität gewinnen.

Anfangs sei der Beteiligungsaufruf etwas verhalten verlaufen. Von den mehr als 90 Vereinen und Organisationen, die sonst regelmäßig einen Stand beim Lichterfest besetzen, haben aber letztendlich doch mehr als 35 eine Baum-Patenschaft übernommen – von den Altstadtschützen bis hin zum Reha-Sport-Verein, vom Caritasverband bis hin zur Ideenschmiede Stadtsfeld, von Schul- und Kita-Fördervereinen bis hin zur DLRG.

Der Baum der Caritas Dorsten am Franziskanerkloster.
Der Baum der Caritas Dorsten am Franziskanerkloster. © Michael Klein © Michael Klein

Wie der Baum zu schmücken war, das konnten die Teilnehmer flexibel handhaben. „Möglichst sollen die Passanten aber anhand des Baumschmucks erkennen, um welchen Verein es sich handelt oder mit welchem Thema er sich beschäftigt“, so Sabine Fischer. So ist schon jetzt so mancher Baum zum echter Blickfang geworden. Nach und nach werden die Exemplare auf der Facebook-Seite von „Sag Ja zu Dorsten“ vorgestellt, und am Ende werden die drei schönsten Tannen-Schmuckwerke prämiiert.

Manche Tanne noch „nackt“

Nicht alle Vereine haben bereits Hand angelegt, so manche Tanne steht noch nackt auf Lippestraße, Recklinghäuser- und Essener Straße oder auf dem Marktplatz. Bis zum 1. Advent sollen alle fertig gestaltet sein. Am Freitag (27.11.) hat beispielsweise das Team vom „Dorsten-Treff“ der Dorstener Arbeit damit begonnen, ihren Patenbaum am Lippetor zu schmücken.

„Teilnehmer von zwei Jugendprojekten haben dafür Sterne, Säckchen und andere Dinge hergestellt“, so Leiterin Uta Blume. Angesichts der bisherigen Vandalismusschäden hat sie jedoch die Sorge, „dass der Holzschmuck am Montag womöglich nicht mehr da hängt“.

Nicht wenige „Krüppel-Bäume“

Die mehr als 35 Tannen hat die Stadtgärtnerei Dorsten zur Verfügung gestellt. Nicht wenige Exemplare sehen allerdings sehr krüppelig aus, wie etwa der für die Sparkasse Vest vorgesehene Baum auf dem Marktplatz. „Die einfallsreichen Baumpaten lassen aber auch diese etwas spärlich und urig gewachsenen Bäume glänzen“, betont Sabine Fischer.

Wie etwa der „Dorsten-Treff“. Als „echte Herausforderung“ bezeichnet Uta Blume dessen Baum, der direkt neben einem Abfalleimer und einem Hundekotbeutel-Spender platziert ist. „Wir werden aber unser Bestes geben, damit auch er nachher schön aussehen wird.“

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Geboren 1961 in Dorsten. Hier auch aufgewachsen und zur Schule gegangen. Nach erfolgreich abgebrochenem Studium in Münster und Marburg und lang-jährigem Aufenthalt in der Wahlheimat Bochum nach Dorsten zurückgekehrt. Jazz-Fan mit großem Interesse an kulturellen Themen und an der Stadtentwicklung Dorstens.
Zur Autorenseite
Michael Klein

Ahaus, Heek und Legden am Abend

Täglich um 18:30 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.

Lesen Sie jetzt