Die Deutsche Glasfaser kämpft mit Verzögerungen beim Ausbau für das schnelle Internet und verspricht mehr Transparenz. In einem Ortsteil von Dorsten müssen Kunden sogar bis 2020 warten.

Dorsten

, 24.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Aus Östrich haben uns in den vergangenen Tagen mehrere Beschwerden, Zuschriften und Anrufe von Lesern erreicht: Sie beklagten sich darüber, dass es dort mancherorts mit dem versprochenen Glasfaser-Ausbau nicht weitergeht.

Und aus Deuten meldeten Bürger, dass die Deutsche Glasfaser die schon lang erwarteten Bauarbeiten für schnelles Internet in diesem Ortteil noch gar nicht begonnen hätte.

Auch für Rhade räumte der für Dorsten zuständige Projektleiter der Deutschen Glasfaser in der vergangenen Woche beim dortigen Bürgerforum Bau- und Kommunikationsprobleme sowie Verzögerungen ein und versprach mehr Transparenz. Und kündigte dort an, dass das schnelle Internet in Lembeck sogar erst frühestens im Frühjahr 2020 kommen wird.

Wir haben deshalb bei der Pressestelle der Deutschen Glasfaser nachgefragt und uns nach dem jeweiligen Sachstand erkundigt. Fazit: Es dauert überall länger als noch im Frühjahr dieses Jahres vom Unternehmen und seinen Dorstener Kunden erhofft.

So sieht es in Rhade aus

In der vergangenen Woche ging der Ausbau dort weiter, jedoch wurde er nach Angaben der Deutschen Glasfaser gestoppt, da die Kampfmittelfreiheit seitens der Stadt noch nicht erfolgt sei. Dies ist Grundvoraussetzung für die Genehmigung der Aufgrabungen.

Da die von der Deutschen Glasfaser mit der Verlegung beauftragte spanische Firma demnächst bis in den August hinein Betriebsferien hat, werde der Ausbau erst ab Mitte August fortgesetzt und voraussichtlich in der ersten Septemberwoche beendet sein. Die fehlenden Aktivierungen werden erst anschließend komplett abgeschlossen sein.

„Zudem wird die finale Herstellung der derzeitigen Provisorien in den Asphaltbereichen aktuell vorgenommen. Hier ist ein Asphalttrupp im Bereich Rhade tätig und dieser wird durchgängig vor Ort verbleiben, bis alles geschlossen ist“, so die Aussage einer Unternehmenssprecherin.

In den Siedlungsgebieten „Kalter Bach“ und „Stuvenberg“ starten die Ausbauten voraussichtlich Anfang Oktober. Die Verzögerung beruht auf einem Wechsel des ausführenden Unternehmens.

Statt der derzeitig in Dorsten tätigen spanischen Firma soll ein neues Unternehmen künftig für den Ausbau verantwortlich werden. „Diese Gemeindeteile werden an das bereits aktive Technikgebäude in Rhade angeschlossen“, so die Deutsche Glasfaser: „Wir rechnen hier mit den Aktivierungen bis um die Jahreswende.“

So sieht es in Lembeck aus

Lembeck werde ebenfalls von dem neu eingesetzten Generalunternehmer ausgebaut. „Da die signalrelevante Strecke von Rhade nach Lembeck noch nicht fertiggestellt ist, wird der Ausbau in Lembeck im Anschluss an Kalter Bach und Stuvenberg erfolgen. Start soll zwar noch in 2019 sein, mit der Fertigstellung wird aber erst im Frühjahr 2020 gerechnet.

So sieht es in Östrich aus

Auch in Östrich gibt es örtlich noch Probleme: „Dort warten wir leider immer noch auf die Genehmigung zur Verlegung im Brückenbereich Bestener Straße“, so die Deutsche Glasfaser. „Hier sind wir mit den Rheinisch-Westfälischen Wasserwerken und dem Kreis Recklinghausen in engem Dialog, um diese endlich final zu erwirken.“ Die restlichen Arbeiten in Östrich seien erledigt oder vorbereitet: „Der Ausbau kann somit nach Genehmigung innerhalb von zwei Wochen komplett abgeschlossen werden.“

So sieht es in Wulfen und Deuten aus

„In Wulfen laufen die Arbeiten fortgehend“, so die Auskunft der Deutschen Glasfaser. Hier wie für Deuten - wo der Ausbau noch gar nicht begonnen habe, weil er auch von der kompletten Fertigstellung in Östrich abhängig sei - gelte: Terminleisten seien „leider aktuell nicht genauer definierbar, da es noch weiterhin Gespräche mit der Stadt gibt“. Erst sobald konkretere Angaben gemacht werden können, wolle die Deutsche Glasfaser nähere Infos liefern.

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