Berstein-Ausstellung im Jüdischen Museum eröffnet

"Mammelochen"

Menschlichkeit. Liebe. Und Muttersprache. Dies sind die zentralen Begriffe, die den Werken von Grigory Berstein innewohnen. Dies erklärte die Kunsthistorikerin Alla Chilova, die am Sonntag die Besucher der Vernissage im Jüdischen Museum in die Ausstellung einführte, die Bestandteil der landesweiten Jüdischen Kulturtage NRW ist.

DORSTEN

von Von Michael Klein

, 20.03.2011, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Werke des Künstlers Grigory Bernstein sind derzeit im  Jüdischen Museum zu betrachten.

Werke des Künstlers Grigory Bernstein sind derzeit im Jüdischen Museum zu betrachten.

Für die Kunsthistorikerin Alla Chilova sind es eher die Werke („denn sie fangen irgendwann an, ihr eigenes Leben zu leben“) als ihr Schöpfer („der Künstler stellt nur die Fragen“), die in der Ausstellung Klartext reden. „Sich erinnern“, wäre folglich die Aussage der Bilder und Skulpturen von Grigory Berstein, denn in der Ausstellung findet der Betrachter viele Reminiszenzen an vergangene Zeiten und Menschen: zerbrechliche Kindheitserinnerungen ebenso wie Reliquien an die Verstorbenen. Wie das Bild „Luftpost“: Ein eindrückliches Gedenken an die, die gegangen sind. Es sind meist neuere Werke des Künstlers, viele aus den vergangenen drei, vier Jahren; aber auch welche, die erst in den letzten Tagen eigens für das Museum entstanden.

Im Obergeschoss riecht man noch die frischen Farben des gewaltigen, drei Wände umspannenden Epos „Die Ruhepause“, in dem der Künstler in plakativer Art und Weise an die Zeit der Deportationen erinnert. Grigory Berstein versteht die Ausstellung als „Gesamtwerk“, eines, das laut der Kunsthistorikerin Alla Chilova, keine chronologischen, sondern die „geistigen Stufen“ der Entwicklung zeigt, die der Künstler durchlaufen hat. Dabei verhehlt der seine künstlerischen Vorbilder ebenso wenig wie die kreativen Fähigkeiten, die er als Buchgestalter und Bühnenbildner erworben hat. Und so hängen hier hölzerne Raum-Installationen neben dunklen Gemälden und gerade transparenten Porträts, die dank der Materialien Glas und Folien eine gewisse Leichtigkeit aufweisen.

  • Die Ausstellung ist während der Öffnungszeiten des Museums bis zum 22. Mai zu sehen.
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