Betrüger muss fast vier Jahre hinter Gitter

Naive Opfer

Er konnte es einfach nicht lassen: Selbst Freigänge aus der Haft nutzte der 55-jährige Angeklagte dazu, andere Leute um mehrere tausend Euro zu erleichtern. Aber dafür bekam er jetzt die Quittung.

DORSTEN

von Von Michael Klein

, 11.08.2011, 16:37 Uhr / Lesedauer: 1 min

In den Jahren 2008 und 2009 passierten die Fälle, für die er sich gestern im Dorstener Amtsgericht verantworten musste. Dabei machten es die Opfer dem gelernten Auto-Mechaniker ziemlich leicht. Wie das Brüderpaar aus Marl, dem er versprach, ihnen zwei Mercedes Sprinter besorgen zu können. Er brauche nur eine Anzahlung über 4000 Euro, die die Marler ihm auch bereitwillig gewährten. Das Geld sahen sie nicht wieder.Mercedes schmackhaft gemacht

Auch ein Landwirt in Altendorf-Ulfkotte fiel auf den Betrüger rein. Dem Dorstener machte der Angeklagte zwei Mercedes Kombi schmackhaft. Dafür benötige er nur 900 Euro und den alten Mercedes des Landwirts als Anzahlung. Der Altendorfer gab ihm das Geld, die Fahrzeugpapiere, das Auto und darüber hinaus noch zwei Hunde, bevor sich der 55-Jährige aus dem Staub machte.

Ebenso naiv waren ein Vater und dessen Sohn auf einem Campingplatz in Gescher. Denen schwatzte er nicht nur ein Auto und einen Caravan ab, sondern auch noch Bares, weil er die Fahrzeuge reparieren lassen müsse. Natürlich überwies der Angeklagte nicht den Kaufpreis in Höhe von 6000 Euro.

17 Verurteilungen binnen 25 Jahren, zuletzt noch zwei Haftstrafen vom Amtsgericht Buer und vom Landgericht Essen, weitere Anklagen gegen ihn müssen noch verhandelt werden: ein Wiederholungstäter sondergleichen. Der Gutachter attestierte ihm eine "kombinierte Persönlichkeitsstörung" und wollte eine verminderte Schuldfähigkeit nicht ausschließen.

Aus der Justizvollzugsanstalt Bochum wurde der Angeklagte im Dorstener Amtsgericht vorgeführt, wie ein Häufchen Elend saß er zeitweise auf der Anklagebank. Er bereue alles, erklärte er unter Tränen, habe in der Haft jetzt eine Therapie begonnen, um seine psychischen Probleme in den Griff zu bekommen. Zeit genug hat er nun dafür: Das Schöffengericht erhöhte seine bisherige Haftstrafe - drei Jahre und neun Monate muss der 55-Jährige nun einsitzen.

 

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