Betrugsversuch: Kurzarbeitergeld nicht per E-Mail beantragen

Agentur für Arbeit

Die Bundesagentur für Arbeit warnt vor einer betrügerischen Mail. Die Absender wollen an persönliche Kundendaten gelangen. Eine Dorstener Firma wäre beinahe darauf hereingefallen.

Dorsten

, 07.04.2020, 08:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Noch bis Ende Mai können Anträge auf finanzielle Unterstützung in der Corona-Krise bei der Bundesagentur für Arbeit gestellt werden - allerdings besser nicht per E-Mail.

Noch bis Ende Mai können Anträge auf finanzielle Unterstützung in der Corona-Krise bei der Bundesagentur für Arbeit gestellt werden - allerdings besser nicht per E-Mail. © picture alliance/dpa

Die Interevent GmbH aus Dorsten wäre vergangene Woche um ein Haar einer unseriösen E-Mail aufgesessen. Firmenchef Thomas Hein hatte sich wegen der Beantragung von Kurzarbeitergeld per E-Mail an die Agentur für Arbeit gewandt und bekam auch schnell Antwort - allerdings offenbar von Betrügern.

Betrügerische E-Mail sofort löschen

Aktuell erhalten Arbeitgeber und Unternehmen allerdings bundesweit unseriöse Mails, die unter der Mailadresse kurzarbeitergeld@arbeitsagentur-service.de versandt werden. In der Mail wird der Arbeitgeber unter anderem aufgefordert, konkrete Angaben zur Person, zum Unternehmen und zu den Beschäftigten zu machen, um Kurzarbeitergeld zu erhalten. Das hatte Thomas Hein und seine Frau Heike stutzig gemacht.

Frank Benölken, Leiter der Recklinghäuser Arbeitsagentur, rät nach dem Hinweis aus Dorsten: „Arbeitgeber sollten auf diese Mails keinesfalls antworten, sondern sie umgehend löschen. Die Nachricht ist nicht von uns und hat keinen seriösen Hintergrund.“ Laut Agenturchef fordere die Behörde Arbeitgeber nicht per Mail auf, Kurzarbeitergeld zu beantragen.

Vordrucke auf der Internetseite

Kurzarbeitergeld kann nur über eine Anzeige zum Arbeitsausfall durch den Arbeitgeber erfolgen. Arbeitgeber können Kurzarbeitergeld schriftlich online oder postalisch anzeigen. Der Vordruck zur Anzeige und alle Informationen zum Kurzarbeitergeld sind auf der Internetseite der Bundesagentur für Arbeit veröffentlicht.

Solo-Selbstständige, Freiberufler, Existenzgründer sowie kleine und mittlere Unternehmen, die von der Corona-Krise betroffen sind, können seit dem 27. März Anträge auf finanzielle Unterstützung von Land und Bund stellen. Insgesamt sind in der ersten Antragswoche 10.214 Anträge allein aus dem Kreis Recklinghausen. eingegangen, 1284 aus Dorsten.

Bis zum 31. Mai können noch Anträge gestellt werden

Die Anträge auf finanzielle Unterstützung von Land und Bund können noch bis zum 31. Mai 2020 gestellt werden. Eine von diesen drei Voraussetzungen müssen in Folge der Corona-Krise erfüllt sein:

  • Der Umsatz hat sich im Vergleich zum Vorjahresmonat halbiert.
  • Der Betrieb wurde auf behördliche Anordnung geschlossen.
  • Zahlungsverpflichtungen können nicht erfüllt werden, zum Beispiel Mieten, Kredite für Betriebsräume oder Leasingraten.

Vom Bund erhalten Kleinunternehmen Zuschüsse in Höhe von 9000 bzw. 15.000 Euro. Für Unternehmen mit 10 bis 50 Beschäftigten stockt das Land die Zuschüsse vom Land nochmal auf und sie können bis 25.000 Euro erhalten.

Informationen zur Beantragung von Kurzarbeitergeld erhalten Betriebe telefonisch unter der gebührenfreien Hotline für Arbeitgeber: 0800 4 5555 20.
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