Bewegung in der Lippestraße: Fielmann geht auf Abstand zu den Mercaden

mlzFußgängerzone in Dorsten

In die Fußgängerzone in Dorsten ist Bewegung gekommen. Einige Ladenlokale sind neu vermietet, jetzt eröffnete Fielmann wieder. Das Brillenfachgeschäft begründet den Umzug mit den Mercaden.

Dorsten

, 19.07.2019, 04:40 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Santander Bank hat vor wenigen Tagen erstmals eine Filiale in der Lippestraße eröffnet und dafür eine Filiale in Recklinghausen geschlossen. Schräg gegenüber hat der „Dorsten City Markt“ seit Kurzem einen neuen Betreiber. Und am Donnerstag eröffnete Fielmann seine neue Niederlassung an der Lippestraße 9. Der Umzug etwa 200 Meter weiter war nach fast 30 Jahren eine bewusste Entscheidung, bestätigen Filialleiter Thomas Jägering und Regionalleiter Sebastian Busch.

Kundenfrequenz hat sich nicht erhöht

„Die Hoffnungen, die an die Mercaden geknüpft wurden, haben sich aus unserer Sicht nicht erfüllt“, sagt Jägering, ein gebürtiger Dorstener. „Die Kundenfrequenz in der Lippestraße hat sich nach der Eröffnung der Mercaden vor drei Jahren nicht erhöht.“ Der Mietvertrag lief aus, ein größeres Ladenlokal war frei, da ist das Brillenfachgeschäft mit derzeit 13 Mitarbeitern „näher an den Marktplatz gerückt“ - und auch näher an die Konkurrenz. Was für Fielmann offenbar kein Problem ist, „denn fast jede zweite Brille in Dorsten wird bei uns gekauft“, betont Regionalleiter Busch.

Bewegung in der Lippestraße: Fielmann geht auf Abstand zu den Mercaden

Thomas Jägering und seine Mitarbeiterinnen Anke Giese (l.) und Noreen Leciejewski freuten sich am Donnerstag über die Neueröffnung der Fielmann-Filiale in der Lippestraße. © Stefan Diebäcker

Thomas Jägering hat die Entwicklung in seiner Heimatstadt genau verfolgt, auch wenn er zwischenzeitlich acht Jahre bei Fielmann in Wien gearbeitet hat und erst vor zweieinhalb Jahren nach Dorsten zurückgekehrt ist. „Es ist natürlich schön, dass die Fußgängerzone erneuert wird, aber das hilft nicht, wenn die Ladenmieten zu hoch sind“, meint der 42-Jährige. „Mieten wie vor 30 Jahren kann man heutzutage nicht mehr nehmen.“

„Dauerhaft Interesse an Ladenlokalen“

Trotzdem erkennt Citymanager Christoph Krafczyk vom Stadtteilbüro „Wir machen Mitte“ ein wachsendes Interesse an Dorstens Altstadt. Es gebe extern und intern „dauerhaft Nachfragen nach Ladenlokalen“. Krafczyk und sein Team vermitteln Interessenten schon mal direkt an die Hauseigentümer. „Wer innerhalb der Altstadt umzieht, sucht eher ein größeres Ladenlokal“, sagt er. „Das ist ein Indiz dafür, dass die Geschäfte gut gehen.“ So wie bei Fielmann.

Das gilt aber auch für das Friseurgeschäft „A-Haar-Effekt“, das den umgekehrten Weg von Fielmann geht und im September am oberen Ende der Lippestraße in die ehemaligen Gaststätte „Zum Lippetor“ umzieht. Auch andere, noch leerstehende Ladenlokale seien vermietet, betont Krafczyk, ohne Namen zu nennen. Doch der Trend, der in vielen Innenstädten zu beobachten ist, geht seiner Ansicht nach auch an Dorsten nicht vorbei.

Mehr Dienstleistung in der Altstadt?

„Früher gab es mehr inhabergeführte Geschäfte. Inzwischen prüfen aber auch die Filialisten sehr genau, wann und wo sie expandieren“, meint der Citymanager. So kommt es, dass Ladenlokale für den typischen Einzelhandel verlorengehen.

Dass etwa die Barmer in der Essener Straße vor längerer Zeit eine Geschäftsstelle eröffnet hat, wäre vor einem Jahrzehnt wahrscheinlich undenkbar gewesen. Krafczyk glaubt, dass solche Dienstleistungsstandorte „eher mehr werden“.

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