Biogasanlage bereitet Bauern Sorgen

Fragen an künftige Betreiber

HOLSTERHAUSEN "Ich habe nichts zu verbergen." Zwei Stunden lang stand Dienstagabend ODAS-Geschäftsführer Steffen Schirrmacher-Rohleder 50 Landwirten Rede und Antwort zur am Steinwerk geplanten Biogas-Anlage.

von Von Klaus-Dieter Krause

, 20.10.2009, 22:30 Uhr / Lesedauer: 1 min
<p>Steffen Schirrmacher-Rohleder stand 50 Landwirten Rede und Antwort. <p></p> Krause</p>

<p>Steffen Schirrmacher-Rohleder stand 50 Landwirten Rede und Antwort. <p></p> Krause</p>

"Wir halten unser Versprechen vom 18. November 2008 gegenüber dem Landwirte-Verband", hatte zur Begrüßung Gabriele Kleffmann begründet, was Anlass der sachlichen Informationsveranstaltung in der Gaststätte Adolf war, zu der auch Stadtbaurat Holger Lohse sein Teil beitrug.

Skepsis Schnell wurde deutlich, dass die Skepsis der Landwirte gegen die Biogas-Anlage an diesem Standort aus ganz anderen Quellen gespeist wurde als die Sorgen der Anwohner. Vielleicht lag es auch daran, dass Stallgeruch für Landwirte zum Alltag gehört, jedenfalls spielten diesmal Gestank oder Lärm nur in zweiter Linie eine Rolle. Viel wichtiger war für die Landwirte die Frage, ob die Betreibergesellschaft die Pachtpreise hochtreiben könnte, weil für ihre Zwecke in der Region Weideland in Ackerland umgewandelt wird.

Schirrmacher-Rohleder schloss dies kategorisch aus: "Mein Wort darauf: Wir nehmen keinen Mais und keine Nass-Gülle." Die Anlage solle stattdessen zu 75 bis 80 % mit Grünschnitt aus der Landschaftspflege betrieben werden ("im Kreis Recklinghausen gibt es gigantische Mengen, allein 200 000 t Grünabfälle im Jahr") und darüber hinaus mit Hühner und Pferdemist ("die Pferdemist-Verwertung ist in der Region ein Problem, wir haben Anfragen ohne Ende").

Die Frage, ob die Anlage permanent von unabhängigen Fachleuten kontrolliert werde, bejahten sowohl Schirrmacher-Rohleder als auch Stadtbaurat Lohse ausdrücklich: "Aber erst einmal muss sie genehmigt werden, das Prüfverfahren des Kreises ist noch nicht abgeschlossen." Der ODAS-Geschäftsführer war jedoch sehr zuversichtlich, dass selbst bei einer gerichtlichen Klärung allen Auflagen Genüge getan wird: " Lärmbelästigung für Wohnbereiche wird es nicht geben und am Emmelkämper Weg wird man nichts riechen."

Abschließend erneuerten Stadtbaurat und ODAS-Vertreter ihr Versprechen, dass die Bürger bei einer weiteren Veranstaltung noch ausgiebig informiert werden sollen.

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