Biomassewerk: "Genehmigung wegen falscher Prognose erteilt"

Bürgerzorn hält an

Nicht immer decken sich wirtschaftliche und städtische Interessen mit den Interessen der Anwohner und Bürger. Geradezu klassisch ist der Konflikt um das Biomassewerk in der Emmelkämpfer Mark, das vor Ort von Anfang an mit Ablehnung zu kämpfen hatte.

von Von Klaus-Dieter Krause

, 08.03.2012, 21:45 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die Abfuhr hat zwar begonnen, aber noch lagern auf dem Gelände des Biomassewerkes in der Emmelkämper Mark noch Berge aus verrottendem Holz und Grünschnitt.

Die Abfuhr hat zwar begonnen, aber noch lagern auf dem Gelände des Biomassewerkes in der Emmelkämper Mark noch Berge aus verrottendem Holz und Grünschnitt.

Am Donnerstagabend ging die Auseinandersetzung in eine neue Runde. Die Bürgerinitiative Emmelkämper Mark hatte in den Saal Adolf eingeladen und mehr als 150 Interessenten waren ihrem Ruf zum Info-Abend gefolgt.Den Betreibern der Anlage, der Stadtspitze und der Genehmigungsbehörde beim Kreise müssen kräftig die Ohren geklingelt haben: Die Bürger machten ihrem Unmut über Geruchsbelästigungen Luft, die weit über das erträgliche Maß hinaus gegangen seien und über ein Werk, dass nach ihrer Meinung dort niemals hätte genehmigt werden dürfen. "Mein Vertrauen in unser Rechtssystem und die Parteienlandschaft hat Schaden genommen", erklärte Jürgen Hußmann, seit vielen Jahren Christdemokrat.

Groll auf die Justiz Der Groll auf die Justiz resultiert daraus, dass bislang die Initiative Emmelkämper Mark mit ihren Widersprüchen und Eilverfahrens-Klagen gegen die Betriebs-Genehmigung in allen Gerichtsinstanzen ebenso gescheitert ist wie zuletzt der BUND. "Wir werden das Urteil genau studieren und mit Anwälten, die bereits bei der Klage gegen das Trianel-Kraftwerk erfolgreich waren, sorgfältig analysieren, ob es Zweck hat, in die nächste Instanz zu gehen", erklärte BUND-Sprecherin Claudia Baitinger.

Empörung im Saal Die Empörung im Saal war vor allem deshalb so groß, weil nach Auffassung der Initiative wie der Teilnehmer die Genehmigung unter falschen Voraussetzungen erteilt worden sei. "Die Prognose für die Geruchsbelästigung war falsch", so Hußmann, "danach hätte man bereits im Nikolaus-Groß-Weg nichts mehr riechen dürfen." Eine Karte mit roten Punkten zeigte jedoch am Ende des Abends, dass ganz Holsterhausen unter Gestank gelitten hat.

"Wir sind sauer, weil es stinkt obwohl es nicht stinken müsste", forderte Jochen Rudolph zum Schluss auf, politischen Druck zu machen, damit die Werksleitung gezwungen werde, die Belastung dauerhaft zu beseitigen

 

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