Blauer Dunst hat Lokalverbot

DORSTEN Dienstag ist für Dorstens Wirte der Tag X - und für die Raucher unter ihren Gästen der Tag "Nix!". Der "blaue Dunst" überm Kneipentresen hat ab sofort Lokalverbot.

von Von Klaus-Dieter Krause

, 30.06.2008, 17:31 Uhr / Lesedauer: 1 min
Rauchen am Tresen ist ab Dienstag nicht mehr erlaubt.

Rauchen am Tresen ist ab Dienstag nicht mehr erlaubt.

Das gilt zumindest so lange, bis noch vor Ende Juli das Bundesverfassungsgericht abschließend über das Rauchverbot entschieden hat.

Während Mediziner auf die Erfahrungen aus anderen Ländern verweisen, wo nachweislich in den Jahren nach Einführung des Verbots die Lungenkrebs-Quote um mehr als zehn Prozent zurückgegangen ist, fürchten viele Gastwirte in NRW um ihre Existenz.

"Man sollte sich nicht zu früh verrückt machen, so schlimm wird es nicht kommen", vermutet Hildegard Nordendorf, die viele Jahre an der Spitze des Dorstener Wirte-Vereins stand. "Richtig betroffen sind nur die reinen Thekenbetriebe, in den Restaurants haben so gut wie alle die Möglichkeit, getrennte Räume für Raucher und Nichtraucher einzurichten."

Hohe Akzeptanz

Wenn sie es denn wollen: Im Haus Nordendorf in Lembeck-Wessendorf gibt es schon seit Februar keinen Zigarettenautomaten mehr, dort herrscht seitdem bereits ein generelles Rauchverbot. Hildegard Nordendorf: "Unsere Gäste haben das akzeptiert. Ich habe den Eindruck, durch die permanente Diskussion haben sich die meisten schon längst damit abgefunden. Sie gehen klaglos zum Rauchen vor die Tür. Einbußen hatten wir deswegen nicht zu verzeichnen."

Zwölf Lokale betroffen

Allerdings gesteht die erfahrene Gastronomin zu, dass es in einer kleinen Kneipe anders aussehen kann. Aber groß ist die Zahl solcher "Ein-Raum-Lokale" in Dorsten nicht: Lediglich zwölf haben keine Möglichkeit, einen getrennten Raucherraum einzurichten, in der großen Mehrzahl der rund 200 örtlichen Gastronomie-Betriebe besteht dazu Gelegenheit.

Selbst für die ohnehin vom Aussterben bedrohten Eckkneipen aber sieht Hildegard Nordendorf nicht schwarz: "Für das Kneipensterben der letzten Jahre gab es andere Ursachen, die Raucher werden nach kurzer Zeit schon wieder kommen - der Durst auf ein frisch gezapftes Pils ist mit Sicherheit größer als der Drang zum Kettenrauchen."

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