Der Blaue See in Holsterhausen ist aktuell eher ein „Grüner See". Viele Spaziergänger sorgen sich um die dort lebenden Tiere. © Manuela Hollstegge
Blauer See

Blauer See ist grün und stinkt – Spaziergänger in Sorge um Tiere

Der Blaue See in Holsterhausen sieht aktuell nicht einladend aus. Spaziergänger sorgen sich um Fische und Enten und haben bereits bei RWW Alarm geschlagen.

Viele Spaziergänger haben sich in den vergangenen Tagen bei der Rheinisch-Westfälischen Wasserwerksgesellschaft (RWW) gemeldet. Sie sorgen sich um den Blauen See in Holsterhausen, für den die RWW zuständig ist, und die dort lebenden Enten und Fische. In den sozialen Medien wird sogar vermutet, dass der See „gekippt“ sei.

Und tatsächlich: Beim Rundgang um den „Blauen See“ fällt auf, dass das Wasser sehr grün ist und unangenehm riecht. Grünliche Ablagerungen schwimmen in Ufernähe an der Wasseroberfläche. RWW-Sprecherin Birgit Kirch ist das Problem bekannt. „Bei uns haben sich viele besorgte Dorstener Bürger gemeldet“, erzählt sie.

Ausmaß der Algenblüte am Blauen See ist ungewöhnlich

Doch die Sprecherin kann gleichzeitig auch leichte Entwarnung geben: „Grüne Farbe und übler Geruch sind die typischen Anzeichen der Algenblüte. Das ist ganz natürlich und nicht besorgniserregend, wenn auch in dem Ausmaß, wie in Holsterhausen, nicht ganz so häufig.“

Vermutlich hätten die wärmeren Temperaturen und eventuell auch der Starkregen für einen geänderten Nährstoffgehalt im Wasser gesorgt. Schädlich sei die Algenblüte nicht – wenn auch für die im „Blauen See“ lebenden Fische nicht optimal.

Wasser soll mit einer Pumpe getauscht werden

Daher versuche die RWW derzeit, durch einen Wassertausch mittels Pumpe den Sauerstoffgehalt im See zu erhöhten. „Wir hoffen, dass der See dann schnell wieder besser aussieht und die Bedingungen für die Fische besser werden“, so Kirch.

Laut Angelsportverein (ASV) Pinn-Wipp leben im Blauen See in Holsterhausen unter anderem Welse, Hechte, Zander, Barsche, Forellen und Spiegel-, Schuppen- und Graskarpfen sowie Brassen und Rotaugen. Für Spaziergänger bestünde jedoch keine Gefahr.

Die RWW stuft die grüne Farbe des Blauen Sees in Holsterhausen als nicht besorgniserregend ein.
Die RWW stuft die grüne Farbe des Blauen Sees in Holsterhausen als nicht besorgniserregend ein. © Manuela Hollstegge © Manuela Hollstegge

Der Blaue See ist künstlich angelegt. Das Holsterhausener Wasserwerk der RWW nutzt ihn seit 1955 für Brauchwasser für Gewerbebetriebe in den umliegenden Industriegebieten. Von denen hätte sich jedoch bislang keiner über die Wasserqualität beschwert.

An die Dorstener Spaziergänger, die regelmäßig ihre Runde um den Holsterhausener See drehen, hat die RWW-Sprecherin trotzdem noch eine große Bitte: „Immer wieder wird uns gemeldet, dass Fische und Enten dort gefüttert werden. Das sollte dringend unterlassen werden. Das gilt nicht nur im Moment, wo wir den Algenbefall haben, sondern generell und immer.“

Über die Autorin
Redaktion Dorsten
Ich bin gebürtige Dorstenerin, lebe und arbeite hier. Dorsten und vor allem die Menschen der Stadt liegen mir sehr am Herzen. Wichtig sind mir jedoch auch die Kirchhellener. Seit mehreren Jahren darf ich über den kleinen Ort berichten und fühle mich daher sehr mit dem Dorf verbunden. Menschen und ihre Geschichten, Bildung und Erziehung – das sind Themen, die mir wichtig sind. Und das liegt nicht nur daran, dass ich zweifache Mutter bin.
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Manuela Hollstegge

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