Die Mitarbeiterinnen von „Blumen Risse“ waren am Dienstag (19. Januar) mit den letzten Aufräumarbeiten beschäftigt. © Michael Klein
Fußgängerzone

Blumen Risse schließt seine Filiale in der Fußgängerzone von Dorsten

Überraschend schließt das Blumengeschäft Risse nach 40 Jahren seine Filiale in der Dorstener Fußgängerzone. Das Unternehmen führt dafür auch die Entwicklung in der Innenstadt ins Feld.

Am Samstag war offiziell der letzte Verkaufstag, am Montag wurde ausgeräumt und es gingen die letzten Sträuße im Abverkauf über die Ladentheke. Und am Dienstag (19. Januar) waren die Regale im Geschäftslokal in der Lippestraße endgültig leer und die Türen geschlossen. Für viele Kunden überraschend hat die Dorstener Filiale der Blumenhandelskette „Risse“ in der Fußgängerzone aufgegeben.

„Das letzte i-Tüpfelchen“

Während in den sozialen Internet-Netzwerken gemunkelt wird, dass die Blumen-Risse-Filiale ein „Opfer“ der Coronakrise geworden sei, relativiert Lothar Arendt, der zuständige Verkaufsleiter in der Firmenzentrale in Schwerte, diese Vermutung: „Natürlich spielt Corona eine Rolle, aber das war nur das letzte i-Tüpfelchen.“

Kundenzahl rückläufig

Vielmehr hätte der Dorstener Standort zuletzt nicht mehr die Erwartungen erfüllt. „Wir hatten zwar immer unsere Stammkundschaft, aber dennoch war die Kundenzahl sehr rückläufig“, sagt er. Und damit auch der Umsatz. Das führte zu der kaufmännischen Entscheidung, sich nach 40 Jahren aus der Lippestadt zurückzuziehen.

Lothar Arendt spricht in diesen Zusammenhang davon, dass die Situation in der Dorstener Fußgängerzone „problematisch“ geworden sei. „Die vielen Umbaumaßnahmen der letzten Zeit, und das große Einkaufszentrum läuft auch nicht so, wie es sollte“, nennt er als Beispiele.

Leerstände in der Nachbarschaft

„Und wir haben natürlich gesehen, was rechts und links passiert.“ Da gibt es gleich mehrere neue Leerstände in der Nachbarschaft: die Douglas-Filiale und die Kloster-Apotheke beispielsweise.

„Perspektivisch keine gute Aussichten“ – zumal sich das Einkaufsverhalten der Kundschaft in Bezug auf die Fußgängerzonen gerade grundlegend ändert.“

Nach seinen Angaben werden die bisherigen Mitarbeiter weiterbeschäftigt. „In umliegenden Filialen in Gladbeck und Bottrop.“ Eine Rückkehr nach Dorsten an einen anderen Standort will er nicht gänzlich ausschließen.

In Bottrop beispielsweise habe das Unternehmen ebenfalls eine traditionsreiche Filiale in der Fußgängerzone aufgegeben und nach drei, vier Jahren an einem neuen Standort in der Innenstadt wiedereröffnet. „Mal sehen, was die Makler in Zukunft in Dorsten anbieten.“

„Sind gut aufgestellt“

Übrigens hat „Blumen Risse“ zuletzt auch in Lünen und Opladen Filialen aufgegeben. „Das ist aber nicht die Regel“, sagt Arendt. „Wir machen auch neue Läden auf.“ Und dann gibt es ja noch die größeren Blumenmärkte und die Gartencenter des Familienunternehmens. „Wir sind gut aufgestellt.“ Nur halt nicht mehr in Dorsten.

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Geboren 1961 in Dorsten. Hier auch aufgewachsen und zur Schule gegangen. Nach erfolgreich abgebrochenem Studium in Münster und Marburg und lang-jährigem Aufenthalt in der Wahlheimat Bochum nach Dorsten zurückgekehrt. Jazz-Fan mit großem Interesse an kulturellen Themen und an der Stadtentwicklung Dorstens.
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Michael Klein

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