Böser Geschwisterstreit um Hündin Laila landet in Dorsten vor Gericht

mlzGerichtsprozess

Im heftigen Familienstreit um einen zweijährigen Labrador-Mischling soll ein Mann aus Dorsten auf offener Straße seine Schwester gewürgt und geschlagen haben. Jetzt kam es zum Prozess.

Dorsten

, 11.07.2019, 13:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Laila ist ganz lieb und verspielt. Das betonten im Gerichtssaal alle: Angeklagter, Opfer, Zeugen. Doch wegen Laila kommt es immer wieder zu heftigsten Auseinandersetzungen zwischen einem 31-jährigen Dorstener und seiner Schwester – und dieser böse Streit beschäftigte das Dorstener Schöffengericht: Weil die 34-Jährige die Hündin Laila gestreichelt hat, soll der Mann aus Hervest seine Schwester gewürgt und geschlagen haben, das warf die Statsanwaltschaft dem Mann vor.

Hund lebte bei Schwester, weil Bruder in U-Haft war

Laila ist ein zweijähriger Labrador-Mischling, den sich der Hervester gekauft hat. Doch die meiste Zeit lebte der Hund bei der Schwester. „Mein Bruder hat sich nie richtig um das Tier gekümmert“, so die 34-Jährige. Eine Zeit lang konnte er das auch gar nicht: Da befand sich der Hervester in U-Haft.

Nach seiner Entlassung machte der Mann seine Besitzansprüche geltend und verlangte den Hund zurück. Es kam zum Zerwürfnis: Das geht so weit, dass den Geschwistern seit einigen Monaten gerichtlich untersagt ist, sich gegenseitig weniger als 20 Metern zu nähern. Auch in der Verhandlung war von Übergriffen wie Morddrohungen, Einbruchsversuchen, Sachbeschädigungen und Spuckattacken die Rede.

Zufallstreffen auf Spielplatz artet aus

Aber irgendwann im vergangenen Jahr kam es zu einem zufälligen Aufeinandertreffen auf einem Spielplatz an der Burgsdorffstraße in Hervest. Da lief die Frau auf Laila zu, der Angeklagte verbot seiner Schwester, den Hund anzufassen, was die 34-Jährige aber nicht störte. „Laila hat sich nämlich total gefreut, als sie mich gesehen hat“, so die Schwester des Angeklagten. Was folgte, waren lautstarke Beleidigungen, so viel steht fest.

Doch laut der Schwester blieb es nicht bei verbalen Angriffen. Sie präsentierte beim Prozessauftakt Handyfotos, die Würgemale an ihrem Hals zeigten. Auch soll der Bruder sie mit der flachen Hand ins Gesicht geschlagen haben - was er später einräumte. Zum Arzt ging sie aber nicht, „ich musste meine Kleine zehn Minuten später zur Schule bringen“, erklärte sie. Zwei Bekannte hätten den Vorfall beobachtet und ihren Bruder festgehalten.

Widersprüchliche Zeugenaussagen

Während die Freundin des Angeklagten, die beim Vorfall dabei gewesen ist, gar aussagte, dass der der Angeklagte seine Schwester nicht angerührt habe und weitere Zeugen nicht dabei gewesen wären, bestätigten die männlichen Bekannten der Schwester allerdings, dass der Angeklagte handgreiflich geworden sei. Eine Würgeattacke haben sie aber nicht gesehen. Nur, dass er sie „am Schlafittchen packte“ beziehungsweise „mit der Hand gegen ein Auto und gegen eine Wand drückte“.

Geldstrafe und ein Appell der Richterin

Der Schöffengericht verhängte eine Geldstrafe in Höhe von 1600 Euro. Angesichts weiterer drohender Gerichtsverfahren gegen den mehrfach vorbestraften Hervester riet Strafrichterin Lisa Hinkers dem Angeklagten, sich mit seiner Schwester zu versöhnen: „Vielleicht müssen sie den Hund mal wieder eine Zeit lang abgeben, wenn sie in Haft kommen.“ Sein Antwort war eindeutig: „Aber nicht bei der!“

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