So lag das Boot im Wald. © Guido Bludau
Illegale Müllentsorgung

Boot „Idefix“: Mitarbeiter des Kreises haben die Eigentümerin ermittelt

Knapp drei Wochen nach dem Fund des Bootswracks im Wald nahe des Hervester Bruchs konnte die Eigentümerin ermittelt werden. Ob sie allerdings zur Rechenschaft gezogen wird, ist ungewiss.

Ein Spaziergänger hatte das Boot am 7. Januar im Wald an einem Fußweg unweit der Straße „An der Wienbecke“ entdeckt und über Facebook publik gemacht.

Nach der Berichterstattung in der Dorstener Zeitung hatten Mitarbeiter des städtischen Tiefbauamtes das Wrack sichergestellt, aus dem Wäldchen abtransportiert und auf dem Wertstoffhof sichergestellt.

Daraufhin hatte der Kreis Recklinghausen als Untere Abfallwirtschaftsbehörde die Ermittlungen übernommen. Nachdem dann mehrere Hinweise auf den möglichen Eigentümer eingegangen waren, unter anderem wurde dem Kreis ein Überwachungsvideo zugespielt, gab es jetzt einen Ermittlungserfolg. „Wir konnten die Eigentümerin ausfindig machen“, erklärte Svenja Küchmeister, Pressesprecherin des Kreises Recklinghausen, auf Nachfrage.

Das Boot „Idefix
Das Boot „Idefix” wurde in Dorsten entsorgt. © Guido Bludau (A) © Guido Bludau (A)

Aber inwieweit die Eigentümerin auch die Umweltsünderin ist, müssten jetzt weitere Ermittlungen ergeben. „Das wird jetzt in einem zweiten Verfahren geprüft“, so Svenja Küchmeister. Weitere Details teilte sie aus Datenschutzgründen nicht mit.

Mehrere Interessenten gemeldet

In der Zwischenzeit hätten sich außerdem mehrere Interessenten für das Boot beim Kreis gemeldet. So wie Lothar Preukschat. Der Dortmunder Gastronom hatte sich schon nach der ersten Berichterstattung gemeldet und sein Interesse bekundet. Der Betreiber der „Schweizer Bootschaft“, einem Bistro in Dortmund-Aplerbeck, gründet zurzeit die „Yacht Upcycling & Refit“ gUG, eine gemeinnützige Gesellschaft zur Beschäftigung und Ausbildung sozial benachteiligter Menschen.

Ein Angebot kommt aus Dortmund

Lothar Preukschat hatte bereits am 8. Januar eine „Offerte“ gemacht. „Über die Facebook-Gruppe sportboot-upcycling.de bin ich auf den Fund des abgelegten Bootswracks in Dorsten aufmerksam geworden“, schrieb er Anfang Januar. „Mit meiner (in Gründung befindlichen) gemeinnützigen Gesellschaft YUR – Yacht Upcycling & Refit sind solche Objekte von Interesse. Wenn der Besitzer, der völlig unverständlich ein solches Boot strafwürdig ablegt, dazu verpflichtet wird, neben der sicher zu erwarteten Strafe den Transport des Rumpfes und die erforderliche Reinigung und Lagerung für ein Jahr zu bezahlen, könnte ich das Boot in Dortmund zu einem Upcycling-Projekt nutzen“, so Preukschat damals.

Lothar Preukschat hat Interesse an der Idefix signalisiert.
Lothar Preukschat hat Interesse an der Idefix signalisiert. © Rüdiger Barz (A) © Rüdiger Barz (A)

Viele Ideen zum Upcycling

Und sein Angebot steht noch. Denn solche Bootswracks kann man durch Upcycling wieder nutzbar machen. „Es könnten etwa Spielschiffe, Bed & Breakfast-Unterkünfte mit Terrassenliegen und Chillout-Bestuhlung oder ein Gästehaus für wassersportbegeisterte Menschen entstehen“, hat der Dortmunder schon viele Ideen für die Zukunft.

Über die Autorin
Redaktion Dorsten
Bianca Glöckner ist gebürtige Dortmunderin und lebt seit 1992 in Marl. Nach ihrer Ausbildung zur Verlagskauffrau bei Lensing Media und ihrem Redaktionsvolontariat arbeitete Bianca Glöckner zunächst zehn Jahre lang in der Lokalredaktion in Haltern, seit 2007 ist sie Redakteurin in Dorsten.
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Bianca Glöckner

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