Brandstiftung in Kirche: Ermittlungen laufen

Kameraüberwachung

Der Brandanschlag in der St.-Antonius-Kirche in Holsterhausen ist noch nicht aufgeklärt. Die Polizei hofft, den oder die Täter über die Kameraaufzeichnungen identifizieren zu können.

Dorsten

, 18.01.2016, 17:45 Uhr / Lesedauer: 1 min
Dieses Symbol wurde angesengt, ging aber glücklicherweise nicht in Flammen auf.

Dieses Symbol wurde angesengt, ging aber glücklicherweise nicht in Flammen auf.

Währenddessen denkt der Kirchenvorstand der Holsterhausener Gemeinde noch nicht darüber nach, die Kirche grundsätzlich zu schließen und nur zu den Gottesdiensten zu öffnen. "Das ist besonders schade für alle jene Menschen, die der Kirche nicht sehr nahe stehen, aber dennoch hineingehen, um eine Kerze zu entzünden“, zweifelt Dr. Roeger noch daran, ob eine allgemeine Schließung die richtige Entscheidung wäre.

Bonifatius-Kirche stark beschädigt

In Holsterhausen wurde die St.-Bonifatius-Gemeinde, eine Nachbargemeinde von St. Antonius, am 22.12.2008 vorübergehend heimatlos, nachdem ein 15-Jähriger „aus Langeweile“ Kerzen entzündet und diese durch den Altaraum gekickt hatte. Mit fatalen Folgen: Die Krippe fing Feuer und die Flammen griffen auf die Einrichtung der Kirche über. Der Schaden war enorm: 500 000 Euro. Die Gemeinde musste sich sechs Monate gedulden, bis sie zu Pfingsten 2009 wieder an Messen im gewohnten kirchlichen Umfeld teilnehmen konnte. Dieses Feuer war auch der Grund dafür, warum die benachbarte St.-Antonius-Gemeinde eine Kamera im Kirchenvorraum installieren ließ. Der 15-jährige Täter kam nach viermonatiger Untersuchungshaft mit einer Bewährungsstrafe davon. Noch im Gerichtssaal entschuldigte sich der Jugendliche reumütig beim damaligen Pfarrer der Gemeinde, Reinhard Vehring.

Kameraüberwachung keine Lösung

Für den Dechanten der katholischen Kirchengemeinden Dorsten, Ulrich Franke, sind Kirchenschließungen oder Kameraüberwachungen denn auch keine Lösung des Problems: „Jeder soll die Gelegenheit haben, eine Kirche zu betreten. Normalerweise schrecke ich vor solchen Konsequenzen zurück.“ Bei Diebstählen oder Vandalismus in Gotteshäusern bleibe dem Kirchenvorstand aber wohl nicht erspart, präventiv tätig zu werden.  

 

 

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