Die SPD wünscht sich ein begehbares Wasserspiel für Kinder mit einer Romanfigur von Cornelia Funke für die Dorstener Innenstadt und bringt dafür den Platz der Deutschen Einheit ins Spiel. So könnte ein Fontänen-Feld mit ihrem "Mondscheindrachen" aussehen. © Grafik: Westnews/Sauerland
Glosse

Brunnen-Idee: So wird Dorsten Pilgerziel für alle Cornelia-Funke-Fans

Ein Brunnen mit einer Romanfigur von Cornelia Funke soll Dorsten schmücken. Das wüscht sich die SPD. Falsche Bescheidenheit: Noch mehr Titelhelden bringen noch mehr Besucher. Eine Glosse.

Das ist ja mal eine spritzige Idee: Statt eines „Tisa-Wasserspiels“ wünscht die SPD sich als Ersatz für den abgebauten Tisa-Brunnen lieber ein begehbares wasserspeiendes Fontänen-Feld für Kinder in der Dorstener Innenstadt – und zwar eines, das mit einer Roman-Figur der Erfolgsschriftstellerin Cornelia Funke ausgestattet ist.

Wie, nur eine einzige Roman-Figur? Ich weiß, Ihr seid bescheiden geworden, liebe Sozis. Aber es dürften gerne ein paar ihrer Buch-Titelhelden mehr den Springbrunnen bevölkern.

Morgens gackern die „Wilden Hühner“, nachts erscheinen „Kleiner Werwolf“ oder „Der Mondscheindrache“. Und im Sommer herrscht „Kribbel Krabbel Käferwetter“. Auf dem Brunnenwasser schippern „Käpten Knipperbart und seine Bande“, im sprudelnden Nass tummeln sich die Nixenkinder „Lilli und Flosse“. Und tief im Boden, wo die Brunnen-Technik sitzt, hat „Zottelkralle, das Erdmonster“ es sich gemütlich gemacht.

Wenn Tintenblut fließt

Und wenn sich dazu „Drachenreiter“ und „Gespensterjäger“ an der Fontäne begegnen, „Dicke Freudinnen“ sich den erfrischenden Quell mit „Zwei kleinen wilden Hexen“ teilen, wenn „Reckless“ lebendige Schatten in die City wirft und aus den Brunnen-Düsen „Tintenblut“ fließt – dann wird Dorsten dank der SPD-Idee ganz, ganz sicher zum Pilgerziel für Cornelia-Funke-Fans in aller Welt werden.

Nur eine Bitte hätte ich: „Hände weg von Mississippi“!

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Geboren 1961 in Dorsten. Hier auch aufgewachsen und zur Schule gegangen. Nach erfolgreich abgebrochenem Studium in Münster und Marburg und lang-jährigem Aufenthalt in der Wahlheimat Bochum nach Dorsten zurückgekehrt. Jazz-Fan mit großem Interesse an kulturellen Themen und an der Stadtentwicklung Dorstens.
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Michael Klein

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