Bündnis „Dorsten gegen Rechts“ will nicht nur Protestbewegung sein

mlzDorsten gegen Rechts

Das Bündnis „Dorsten gegen Rechts“ verstärkt im Wahljahr 2020 seine Öffentlichkeitsarbeit. Die Gruppierung will aber mehr sein als eine Protestbewegung.

Dorsten

, 20.01.2020, 04:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Vor der Europawahl standen sie im Mai 2019 jeden Samstag auf dem Marktplatz in der Altstadt. „Gegen Rechts“ und „Für Respekt“ war auf den Plakaten zu lesen, die die rund ein Dutzend Männer und Frauen in die Höhe hielten.

Viel mehr Unterstützung bekam die Gruppe „Wir in Dorsten gegen Rechts“ im September, als die Alternative für Deutschland erstmals zu einer öffentlichen Veranstaltung in Dorsten eingeladen hatte. 500 Menschen gingen damals auf die Straße und setzten ein Zeichen, dass sie mit Parteien aus dem rechten Spektrum nichts zu tun haben wollen.

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Seitdem ist es öffentlich etwas ruhig geworden um das Bündnis, doch nun verstärken Ruth Lange, Jennifer Schug und ihre Mitstreiter die Öffentlichkeitsarbeit. Am vergangenen Samstag nahmen einige Dorstener an einer friedlichen Kundgebung in Marl teil. Dort veranstaltete die AfD ihren Landesparteitag. „Wir wollen nicht nur Protestbewegung sein“, sagen sie, „sondern auch aufklären über die Gefahren des Rechtspopulismus‘.“

Neue Homepage ist freigeschaltet

Ein Logo und kleine Buttons gibt es schon länger. Flyer sind in Arbeit, und seit Kurzem hat das Bündnis eine Homepage. Auf www.dorsten-gegen-rechts.de können sich Unterstützer registrieren und einen Newsletter abonnieren. „Es ist gut, dass in Dorsten so viele Menschen für Demokratie, Toleranz, Respekt und Vielfalt und gegen Rechtsextremismus, Rassismus, Hass und Hetze eintreten“, heißt es dort.

Neuester Clou: kleine Visitenkarten mit dem Logo und einem QR-Code auf der Rückseite. Wer den mit seinem Smartphone scannt, landet direkt auf der Homepage des Bündnisses. Von einem Auftritt in den sozialen Netzwerken sieht „Dorsten gegen Rechts“ dagegen ab. „Zu viel Aufwand“, meint Jennifer Schug, die allerdings wie andere ihren privaten Account nutzt, um auf Termine und Aktionen hinzuweisen.

Unterstützung vor allem von der älteren Generation

Und das nicht nur im Vorfeld der Kommunalwahl (13. September). Jennifer Schug hat Sport- und Schützenvereine sowie Schulen angeschrieben und wirbt um Unterstützung. „Wir merken, dass wir Resonanz vor allem von der älteren Generation bekommen. Die Jüngeren sind mehr bei der Fridays-for-Future-Bewegung“, meint Roswitha Siegel. Bei der Demo im September machten aber auch viele Schüler mit.

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Zu den monatlichen Treffen (Nächster Termin: 17. Februar, 18 bis 20 Uhr, Tennishalle TV Feldmark) kommen inzwischen rund 20 Teilnehmer. „Da wird viel inhaltlich diskutiert“, bestätigt Ruth Lange. „Wir werden uns in diesem Jahr mit unterschiedlichen Veranstaltungen klar gegen die AfD positionieren.“

In Zusammenarbeit mit dem Trägerverein des Jüdischen Museums, der Projektgruppe Brückenschlag und der Sparkasse Vest geht es am 4. Februar (Dienstag) um 19.30 Uhr im Jüdischen Museum um das Neutralitätsgebot in der Bildung. Referent ist Dr. Hendrik Cremer, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Deutschen Institut für Menschenrechte.

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