Die Rodungsarbeiten neben dem Petrinum-Parkhaus und dem Kanal haben vom Ausmaß her viele Bürger überrascht. © Michael Klein
Wir machen Mitte

Bürger erschrocken über Ausmaß der Baumfällung nahe der Altstadt

Zahlreiche Bäume sind in Dorsten für einen geplanten Sportpark gefällt worden. Besonders die Abholzung einer alten Pappel neben einem Schulhof schmerzt die Bürger. Das sagt die Stadt dazu.

„Wie kann man angesichts des Klimawandels nur so viele Bäume und das ganze Unterholz vernichten?“ Unsere Leserin Helga Schapdick war nach eigenen Worten entsetzt, als sie Anfang der Woche den „Kahlschlag“ am Gymnasium Petrinum mitbekam: „Auch andere Spaziergänger, die ich dort getroffen habe, waren echt erschrocken.“

Die Rodungsarbeiten haben mit der zweiten Bauphase der Umgestaltung der Außenanlagen rund um das Petrinum zu tun. Denn innerhalb dieses Projekts im Stadtumbau-Programm „Wir machen Mitte“ werden die Rampenanlage von der Kanalpromenade zum Hochstadenplatz barrierefreier gestaltet sowie ein Sportpark mit Liegewiese errichtet. Und dafür wurde im Laufe der vergangenen Tage eine Menge Bäume abgeholzt.

„Es wäre schön gewesen, wenn die Stadt mit einem grüneren Daumen an die Sache herangegangen wäre und ein paar Bäume mehr hätte stehen lassen“, so ein weiterer Anwohner gegenüber unserer Redaktion. Besonders um einen Baum sei es schade. Neben Jungbäumen und Strauchwerk hat die Stadt nämlich auch die große Pappel an der Rampe zwischen Wesel-Dattel-Kanal und unterem Schulhof des Gymnasiums Petrinum fällen lassen.

„Gab keine Alternative“

„Leider gab es dazu nach intensiver Prüfung keine Alternative“, schreibt die Stadt in einer Pressemitteilung. Der hochgewachsene Solitärbaum hätte sein natürliches Lebensende fast erreicht und aufgrund seines hohen Alters (70 bis 90 Jahre) bereits einen „erhöhten Astbruch“ aufgewiesen.

Auch die große alte Pappel an der Rampe zwischen Kanal und Petrinum-Schulhof wurde gefällt.
Auch die große alte Pappel an der Rampe zwischen Kanal und Petrinum-Schulhof wurde gefällt. © Michael Klein © Michael Klein

„Wegen seines Standortes war das Wurzelwerk des Baums enorm beschränkt“, so die Stadt. Eine ausreichende Stabilisierung der Pflanze konnte nicht mehr gewährleistet werden. „Somit war mit einem erhöhten Risiko für Passanten und Radfahrer zu rechnen.“

Entwurzelung drohte

Auch eine sichere Nutzung des Schulhofgeländes sei nicht mehr möglich gewesen. Die Stadtverwaltung bezieht sich dabei auch auf die Aussage eines beauftragen externen Gutachterbüros, das unter anderem schreibe:

„Die Krone könnte bei einem Sturm schnell auseinanderbrechen oder direkt den ganzen Baum entwurzeln.“

Die Stadt betont, dass vor den Rodungsarbeiten eine artenschutzrechtliche Prüfung stattgefunden habe und dass dort die Lücken möglichst schnell geschlossen werden sollen. „Hier ist eine Neupflanzung mit gewachsenen Bäumen geplant, die bereits eine Gesamthöhe von acht bis zehn Metern aufweisen.“

Neupflanzung im Spätherbst

Im gesamten Bereich sei „eine anzahlsgleiche Ersetzung der Bäume“ vorgesehen, heißt: Die Pflanzung wird nach Abschluss der Bau-Maßnahmen im Spätherbst dieses Jahres erfolgen.

Bei Fragen rund um die Baumaßnahmen steht das Stadtteilbüro „Wir machen Mitte“ (Gahlener Straße 9) zur Verfügung: per E-Mail an henning.lagemann@wirmachenmitte.de oder unter Tel (02362) 2140542 (Soziales Stadtteilmanagement) oder kathrin.webers@wirmachenmitte.de, Tel. (02362) 2140540 (Technisch-Planerisches Stadtteilmanagement)

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Geboren 1961 in Dorsten. Hier auch aufgewachsen und zur Schule gegangen. Nach erfolgreich abgebrochenem Studium in Münster und Marburg und lang-jährigem Aufenthalt in der Wahlheimat Bochum nach Dorsten zurückgekehrt. Jazz-Fan mit großem Interesse an kulturellen Themen und an der Stadtentwicklung Dorstens.
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Michael Klein

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