Bürgerbudget: Schon jetzt ist der Topf für 2020 in einem Ortsteil leer

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Eigentlich kann das Bürgerbudget bis zum Jahresende ausgeschöpft werden. Ein Ortsteil in Dorsten aber hat schon jetzt das Geld für 2020 komplett verteilt. Es gab Diskussionsbedarf.

Dorsten, Feldmark

, 20.07.2020, 04:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das hat es in der Geschichte der Stadtteilkonferenzen in Dorsten bislang noch nicht gegeben: Bereits zur Jahresmitte hat ein Ortsteil seine finanziellen Mittel aus dem Bürgerbudget bis zum letzten Cent erschöpft. Mit der Folge, dass über einen aktuell auf der Tagesordnung stehenden Antrag gar nicht erst abgestimmt wurde.

„Leidtragende“ sind die Mitglieder der Ideenfabrik Stadtsfeld, die den Zuschuss für Freiluft-Sitzmöbel samt Groß-Schachbrett in ihrem Wohngebiet eingeplant hatten und nun erstmal leer ausgehen.

Treffen im Barloer Busch

Die Verteilung der Bürgerbudget-Gelder war Thema auf der Stadtteilkonferenz der „Bürgerrunde Feldmark“, die am vergangenen Mittwoch mit fast 100 Teilnehmern corona-bedingt unter freiem Himmel am neu errichteten Steinernen Tisch im Barloer Busch stattfand. Die Sitzung sollte eigentlich bereits vor vier Wochen stattfinden, war damals wegen drohenden Gewitters jedoch ausgefallen.

Zwischenzeitlich jedoch hatte die Ideenfabrik ihren und damit den insgesamt vierten Antrag beim städtischen Büro für Bürgerengagement (Zuschussbedarf: 1365 Euro) eingereicht.

Nur 6300 Euro übrig

Und damit war angesichts der hohen Kosten für einen der anderen drei vorgelegten Projekt-Anträge klar: Das für die Feldmark in 2020 noch zur Verfügung stehende Geld in Höhe von knapp 6300 Euro (inklusive Eigenanteile) würde nicht ausreichen. Was also tun?

Auf dieser Bolz- und Spielfläche an der Habichtstraße im Wohngebiet "In der Miere" soll im hinteren Teil des Geländes ein Boule-Bereich entstehen.

Auf dieser Bolz- und Spielfläche an der Habichtstraße im Wohngebiet "In der Miere" soll im hinteren Teil des Geländes ein Boule-Bereich entstehen. © Michael Klein

Versammlungsleiter Dieter Dreckmann als Sprecher der Bürgerrunde schlug vor, über die Anträge je nach deren zeitlichem Eingang abstimmen zu lassen. Motto: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.

Gerd Jendrzey von der Ideenfabrik indes meinte, es wäre besser, sich alle Anträge anzuhören und anschließend gemeinsam zu priosieren, was für die Feldmark wichtig. Mit 42 zu 32 Stimmen folgten die Teilnehmer dem ersten Vorschlag.

Ein Antrag im Frühjahr

Nachdem im Frühjahr bei der ersten Feldmärker Stadtteilkonferenz dieses Jahres bereits die Nachbarschaft der Straße „Auf dem Beerenkamp“ 1500 Euro für die Aufstellung einer Geschwindigkeits-Messtafel erhalten hatte, ging es am Mittwoch also zunächst um die nächsten drei auf der Agenda stehenden Vorhaben.

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Auf Antrag von Dirk Schlenke bewilligte die Versammlung einen 427-Euro-Zuschuss für eine Sitzbank, die in Höhe der Feldhausener Straße auf halbem Wege zwischen Innenstadt und den Friedhöfen aufgestellt wird. Zwei weitere Sitzbänke sollen auf Antrag der CDU Altstadt/Feldmark am Kanal in Richtung Schleuse aufgestellt werden (Zuschuss: 855 Euro).

Zuschussbedarf: 3750 Euro

Zwischendurch der Antrag von Hans Rexforth und Werner Machatschke - in einer Größenordnung, dass allein er die Hälfte der in diesem Jahr für die Feldmark zur Verfügung stehenden Mittel erschöpfen würde. Beide präsentierten ihre bereits mit dem städtischen Grünflächenamt abgestimmten Pläne, am Rande einer Spiel- und Bolzplatzfläche an der Habichtstraße im Wohngebiet „In der Miere“ für 5000 Euro eine Boule-Bahn einzurichten. Zuschussbedarf aus dem Bürgerbudget: 3750 Euro.

Bereits im vergangenen Jahr hatte die Ideenfabrik Stadtsfeld eine Boulebahn in der Feldmark eingeweiht.

Bereits im vergangenen Jahr hatte die Ideenfabrik Stadtsfeld eine Boulebahn in der Feldmark eingeweiht. © Privat

Gerhard Jendrzey, dessen Ideenfabrik vor einem Jahr in der so genannten „Feldmark 1“ bereits eine Boulebahn installiert hatte, versuchte noch, auf die Teilnehmer Einfluss zu nehmen. Er schlug vor, den Antrag zu splitten, argumentierte, eine weitere Boulebahn in der Feldmark 2 würde die Entwicklung fördern, dass der Stadtteil „auseinanderdriftet“.

Mit großer Mehrheit

Doch die Versammlung bewilligte die Boule-Pläne mit großer Mehrheit, der Antrag der Ideenfabrik kam nicht zur Abstimmung. Immerhin wird er der erste sein, der Anfang 2021 behandelt wird.

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Eine Chance gibt es vorher nur dann, wenn andere Dorstener Stadtteile ihr Bürgerbudget bis Dezember nicht ausschöpfen - dann nämlich werden die Restgelder auf übrig gebliebene Projekte wie das der Ideenfabrik verteilt.

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