Wer darf rein, wer nicht? Bürgermeister appelliert an Kaufleute

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In Dorsten gilt die Maskenpflicht. Doch es gibt Menschen, die keine Maske tragen können oder müssen. Sie erleben Situationen an der Ladentür manchmal als „entwürdigend“.

Dorsten

, 29.05.2020, 14:30 Uhr / Lesedauer: 1 min

Tage vor der Einführung der generellen Maskenpflicht in Nordrhein-Westfalen hat die Stadt Dorsten für Schlagzeilen gesorgt. Bürgermeister Tobias Stockhoff ordnete im April an, dass in allen öffentlichen Gebäuden ein Mund-Nase-Schutz getragen werden muss. Das traf nicht nur die mehr als 1000 Mitarbeiter der Stadtverwaltung, sondern auch Bürger, die beispielsweise das Rathaus aufsuchen mussten.

Inzwischen gehören die Gesichtsmasken zum alltäglichen Bild in der Stadt. Und Bürgermeister Tobias Stockhoff ist in den letzten Wochen nicht müde geworden, die Rücksichtnahme der Dorstener zu loben. „Die Bürgerinnen und Bürger haben sich sehr diszipliniert an die Abstands- und Hygieneregeln gehalten.“

Doch jetzt hat sich Stockhoff über die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Windor mit eindringlichen Worten an die Geschäftsleute gewandt. Er berichtet in dem Anschreiben davon, dass er „vermehrt von Bürgerinnen und Bürgern auf eine Besonderheit angesprochen“ worden sei.

Menschen, die aus medizinischen Gründen keine Maske tragen können oder dürfen, sind von der Masken-Pflicht ausgenommen. „Viele Betroffene lassen sich das vom Arzt sogar attestieren oder können es zumindest glaubwürdig begründen“, berichtet der Bürgermeister. „Das führt allerdings bei vielen Einrichtungen, insbesondere beim Betreten von Geschäften, zu Diskussionen, die einige Bürger als entwürdigend empfinden.“

„Schwierige Gratwanderung“

Die Entscheidung, einen Kunden ohne Maske ins Geschäft zu lassen, sei „sicherlich eine schwierige Gratwanderung“, räumt der Bürgermeister ein – auch mit Blick auf die anderen Kunden. „Ich wäre Ihnen im Namen der Betroffenen gleichwohl sehr dankbar, wenn Sie Ihre Mitarbeiter für die Nöte dieses Personenkreises sensibilisieren könnten.“

Tobias Stockhoff ist sich allerdings auch bewusst, dass jeder Geschäftsinhaber das Hausrecht hat und frei entscheidet, ob er Menschen ohne Maske, aber mit ärztlichen Attest hinein lässt. Denn schließlich wird er sich womöglich der Diskussion mit anderen Kunden stellen müssen.

Auf eben jenes Hausrecht hatte sich auch der Bürgermeister berufen, als er vor Einführung der allgemeinen Maskenpflicht in NRW bereits verfügte, dass man sein „Reich“ nur mit Mund-Nase-Schutz betreten darf.

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